Schnell und vielseitig

In nur eineinhalb Jahren wurde für das Staatstheater Kassel eine multifunktionale Interimsspielstätte errichtet, die sich dank ihrer modularen Konstruktion komplett ab- und andernorts wieder aufbauen lässt. Nicht nur der Zeitrahmen war knapp, manches musste auch aus budgetären Gründen gestrichen werden – aber nicht die vom Nutzer vordringlich gewünschte 360-Grad-Bespielbarkeit des Saals

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Kassel gehört zu den traditionsreichsten Theaterstädten Deutschlands. Bereits vor über 400 Jahren ließ Landgraf Moritz das Ottoneum als ersten festen Theaterbau Deutschlands errichten. Heute entspricht das Opern- und Schauspielhaus am Friedrichsplatz aus den 1950er-Jahren jedoch weder in seiner Bühnentechnik noch in seiner Gebäudesubstanz den aktuellen Anforderungen, eine Generalsanierung war unausweichlich. Die Notwendigkeit erkannte man bereits 2018 – lange wurde das Projekt diskutiert, geplant und verschoben.

Vor allem die Frage der Interimsspielstätte war nicht geklärt – wie sollte während der mindestens sechsjährigen Sanierung der Spielbetrieb mit rund 600 Mitarbeitenden aufrechterhalten werden? Erst als der neue Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne) das Ganze 2023 zur Chefsache erklärte, nahm das Projekt Fahrt auf. „Wir haben einen ambitionierten Zeitplan gesetzt, um zu beweisen, dass die öffentliche Hand leistungsfähig ist“, sagte er im Interview mit dem hr. In einer Zeit, in der das Vertrauen in die demokratischen Prozesse leide, seien solche Signale wichtig.

Die Entscheidung fiel auf ein temporäres Theater, das sogenannte INTERIM, das dank Multifunktionalität und ...

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BTR Sonderband 2026
Rubrik: Bau/Betrieb/Sanierung, Seite 48
von Julia Röseler

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