Restaurierter Realitätsverlust

Das Dresdner Künstlerpaar Harriet Maria & Peter Meining arbeitet seit den 1990er-Jahren in zahlreichen Genres und mit unterschiedlichen Medien. Beide führen Regie, schreiben und produzieren. Anfang September brachten sie am Festspielhaus in Dresden-Hellerau ihre Arbeit „Genetik Woyzeck“ taufrisch auf die Bühne – 28 Jahre nach der Premiere

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Kurz mal zurück in die 90er? „Back to the 90s?“, so lautete der Titel eines dreimonatigen Programmschwerpunkts am Festspielhaus in Dresden-Hellerau. Warum die Zeit überhaupt zurückdrehen? Und wie könnte das gelingen? Bei „Back to the 90s?“ wurden diese Fragen mit unterschiedlichen Formaten angegangen, im Rahmen des Festivals „Transformation Forever“ ebenso wie im Themenfokus „Spurensuche“.

Es ging um die Neunzigerjahre in Mittel- und Osteuropa, nicht zuletzt aber auch um die Geschichte des Festspielhauses selbst, etwa bei der Ausstellung „ZOOM 90–06“ (lief wie das Festival vom 4. September bis 6. Dezember 2025) von Barbara Lubich und Svea Duwe. Einer der Höhepunkte des Programmschwerpunkts war zu Beginn des Festivals zu sehen: Harriet Maria & Peter Meining waren von Intendantin Carena Schlewitt eingeladen, am Festspielhaus Hellerau ihre Inszenierung „Genetik Woyzeck“ von 1997 nochmals zu zeigen. Und obwohl seit der Premiere 28 Jahre vergangen sind, verblüfft das Stück erneut, nicht nur, weil dem Abend jegliche Patina fehlt: Er wirkt so, als sei es gerade erst entstanden.

Im Banne einer „Geisterbeschwörung“
Eine „Videokonferenz mit tödlichem Ausgang“, so nannte das Regie-Duo den ...

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BTR Ausgabe 6 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 42
von Bernhard Siebert

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