Restaurierter Realitätsverlust
Kurz mal zurück in die 90er? „Back to the 90s?“, so lautete der Titel eines dreimonatigen Programmschwerpunkts am Festspielhaus in Dresden-Hellerau. Warum die Zeit überhaupt zurückdrehen? Und wie könnte das gelingen? Bei „Back to the 90s?“ wurden diese Fragen mit unterschiedlichen Formaten angegangen, im Rahmen des Festivals „Transformation Forever“ ebenso wie im Themenfokus „Spurensuche“.
Es ging um die Neunzigerjahre in Mittel- und Osteuropa, nicht zuletzt aber auch um die Geschichte des Festspielhauses selbst, etwa bei der Ausstellung „ZOOM 90–06“ (lief wie das Festival vom 4. September bis 6. Dezember 2025) von Barbara Lubich und Svea Duwe. Einer der Höhepunkte des Programmschwerpunkts war zu Beginn des Festivals zu sehen: Harriet Maria & Peter Meining waren von Intendantin Carena Schlewitt eingeladen, am Festspielhaus Hellerau ihre Inszenierung „Genetik Woyzeck“ von 1997 nochmals zu zeigen. Und obwohl seit der Premiere 28 Jahre vergangen sind, verblüfft das Stück erneut, nicht nur, weil dem Abend jegliche Patina fehlt: Er wirkt so, als sei es gerade erst entstanden.
Im Banne einer „Geisterbeschwörung“
Eine „Videokonferenz mit tödlichem Ausgang“, so nannte das Regie-Duo den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 6 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 42
von Bernhard Siebert
Oliver Brendel studierte von 1979 bis 1984 Bühnenbild bei Prof. Achim Freyer an der Hochschule der Künste Berlin. Noch während des Studiums arbeitete er als Bühnenbildassistent mit Freyer und Axel Manthey. Als freiberuflicher Bühnenbildner entwarf und realisierte er seit 1985 Produktionen für Oper und Schauspiel.
Claudia Assmann: Oliver Brendel, das UdK-Theater in...
Stellt euch Folgendes vor: In einem großen deutschen Theater kann fast die Hälfte der eingesetzten Energie – also 48 Prozent – eingespart werden. Ohne Neubau, ohne Verzicht auf Wohlfühltemperaturen, ohne massive technische Eingriffe oder Umbauten. Einfach nur, indem man das Gebäude so betreibt, wie es tatsächlich genutzt wird. In anderen, vergleichbaren Häusern,...
Mit der 3D-Software zacview der Wiener Firma zkoor GmbH ziehen die Volksoper Wien und die Wiener Staatsoper in ein digitales Studio. Dort wird geprobt, getestet und programmiert – so realistisch, dass die eigentliche Bühne für das Wesentliche frei bleibt: für die Kunst. Hinter der Idee steckt ein vollständiger digitaler Zwilling der Häuser. Bühne, Bühnenturm,...
