Ein neues Verständnis von Betrieb

Der Leitfaden „Energieeffizienz im Theaterbetrieb“ wurde Anfang Oktober in der Oper Leipzig vorgestellt. Dessen Grundlage ist eine DTHG-Energiestudie, die in enger Zusammenarbeit mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erarbeitet wurde. Hohe Energieverbräuche sind vermeidbar. Wie lassen sich die Nutzungen von Anlagen verändern und Prozesse optimieren?

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Stellt euch Folgendes vor: In einem großen deutschen Theater kann fast die Hälfte der eingesetzten Energie – also 48 Prozent – eingespart werden. Ohne Neubau, ohne Verzicht auf Wohlfühltemperaturen, ohne massive technische Eingriffe oder Umbauten. Einfach nur, indem man das Gebäude so betreibt, wie es tatsächlich genutzt wird. In anderen, vergleichbaren Häusern, darunter auch frisch sanierte bzw. ertüchtigte Häuser, lag die Einsparung immer noch bei rund 30 Prozent. Was diese Zahlen bedeuten, ist kaum zu überschätzen.

Sie beweisen, dass wir unsere Theater – und im Grunde wahrscheinlich alle öffentlichen (Kultur-)Gebäude – seit Jahrzehnten falsch betrieben haben. Der Sanierungsstau ist unzweifelhaft hoch, aber nicht zwingend Schuld an hohen Verbräuchen. Die Ursachen liegen tiefer: nicht zwingend in der veralteten Technik, sondern in ihrer falschen Einstellung, im Fehlbetrieb und in starren Verwaltungsstrukturen. Wir haben gelernt, nach Vorschriften zu handeln – aber verlernt, unsere Gebäude zu lesen. Die eigentliche Energiekrise spielt sich also nicht im Heizungskeller ab, sondern in unseren Köpfen – und sie lässt sich beheben, sobald wir beginnen, unsere Häuser wirklich zu ...

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BTR Ausgabe 6 2025
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 18
von Wesko Rohde

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