Praxis, Aufbruch, Lobbying

Was bedeutet es, ein Festival unter dem Zeichen der Szenografie ins Leben zu rufen? Der Regisseur, Choreograf und Szenograf Aurélien Bory wagt dieses Experiment in Toulouse. Vom 15. bis zum 31. Januar veranstaltete er im Théâtre Garonne erstmals das „Scéno“, dessen Konzept sich in der Theaterlandschaft etablieren soll

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Szenograf, wie geht es dir? Es könnte besser laufen, lautet die Antwort Aurélien Borys. Der Intendant des Théâtre Garonne in Toulouse schafft deshalb dem Berufsstand eine Plattform und ruft mit „Scéno“ das erste Szenografie-Festival ins Leben (15. bis 31. Januar 2026). Schon springt die französische Presse an und das Wort „scénographie“ steht plötzlich in den Schlagzeilen, von „Le Monde“ bis „Libération“. Ob es hilft? Szenografie wird heute, so Bory, von allen Seiten unterschwellig in die Mangel genommen. Sie gilt als der Bad Guy, der Geld und Rohstoffe frisst.

„Dabei ist Theater seit jeher eine ökologisch tugendhafte Kunst, die nur über bescheidene Mittel verfügt und allein deshalb alles langfristig aufbewahrt, recycelt und wiederverwendet und den eingesetzten Materialien mit größter Sorgfalt begegnet“, sagt Bory. Um zu argumentieren, dass die Szenografie es schon mit der Ökologie hielt, als die noch gar kein gesellschaftliches Thema war. Und die Budgets? „Szenografie kostet nun mal Geld, weil sie auf das Know-how so vieler verschiedener Berufe angewiesen ist“, entgegnet Bory. Fachkompetenz gibt es nicht zum Nulltarif. „Ich kann es verstehen, wenn der Berufsstand heute irritiert ...

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BTR Ausgabe 2 2026
Rubrik: Ausstellungen und Festivals, Seite 64
von Thomas Hahn

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