Adam und Eva im Kosovo
Der Künstler Petrit Halilaj wurde 1986 in Runik (Kosovo) geboren und musste von dort wegen des Kriegs (1998–1999) mit seinen Eltern fliehen. Als 13-Jähriger landete er in einem Flüchtlingslager, wo er begann, seine traumatischen Erlebnisse mithilfe von Buntstiften zu verarbeiten. Inzwischen lebt er hauptsächlich in Berlin, seine Werke werden international gezeigt, unter anderem im Metropolitan Museum of Art (New York), Museo Reina Sofia (Madrid) oder auf der Biennale in Sydney.
Seit Beginn seiner Karriere entwickelt Halilaj bühnenhafte Arbeiten, die sich um Themen wie Freiheit, Queerness, Begehren, Intimität und Identität drehen. Dabei verarbeitet er persönliche Erfahrungen von Krieg, Exil und kultureller Unterdrückung und sucht zugleich nach einer künstlerischen Sprache, die Gemeinschaft und Verständigung fördert. Im Zentrum seiner ersten institutionellen Einzelausstellung, die sich über fünf Räume in den Berliner Rieckhallen des Hamburger Bahnhofs erstreckt, steht „Syrigana“, Halilajs erste Oper. Das Werk wurde im Juni 2025 im Kosovo uraufgeführt – unter freiem Himmel. Es richtet sich an eine Gesellschaft, die bis heute mit den Folgen des Kosovo-Kriegs und tiefen ...
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BTR Ausgabe 2 2026
Rubrik: Ausstellungen und Festivals, Seite 62
von Julia Röseler
Die von Intendant Berndt Schmidt inszenierten „Grand Show“- und „Young Show“-Produktionen des Friedrichstadt-Palasts wechseln alle zwei Jahre. Das macht regelmäßige Investitionen in die technische Grundausstattung des Hauses notwendig. Diese ergänzt der Technischer Direktor Thomas Herda bei Bedarf durch Zumietung von weiterem Material. „Insgesamt haben wir im...
Szenograf, wie geht es dir? Es könnte besser laufen, lautet die Antwort Aurélien Borys. Der Intendant des Théâtre Garonne in Toulouse schafft deshalb dem Berufsstand eine Plattform und ruft mit „Scéno“ das erste Szenografie-Festival ins Leben (15. bis 31. Januar 2026). Schon springt die französische Presse an und das Wort „scénographie“ steht plötzlich in den...
Typisch für die Ausstattung einer Brecht-Inszenierung ist ein schlichter, weißer Vorhang, eine Brecht’sche Gardine, auf die der Zuschauer als Erstes schaut. Oft per Seil in Führung gebracht, ruhig etwas knittrig und nur mäßig blickdicht, hat diese Art des Vorhangs bewusst etwas Provisorisches. Er nimmt dem Theater die Schwere und will in keiner Weise wertvoll sein,...
