Ort der Begegnung und Vermittlung
Für den römischen Architekten und Theoretiker Vitruv (ca. 84 v. Chr. bis ca. 27 v. Chr.) war die Architektur das Dach der Künste. Nach seiner Vorstellung vereint der ideale Baumeister Techniker, Künstler, Mathematiker, Philosoph, Arzt, Jurist und sogar Astronom in einer Person und wird damit zum Urheber eines potenziellen Gesamtkunstwerks. Somit steht auch das architektonische Element des Foyers in direkter Beziehung zur musischen Dimension von Theater, Oper und anderen Spielstätten.
Der Ursprung des Wortes „Foyer“ liegt im Französischen und bedeutet Feuerstelle, Herd oder Brennpunkt. Schon die Namensgebung deutet darauf hin, dass dieser Raum nie rein funktionaler Natur war. Hier wird man gesehen. Hier findet Kommunikation und Austausch statt. In den Pausen werden Eindrücke geteilt, Gedanken geordnet und Begegnungen ermöglicht. Als sogenannte Wandelhalle bildet das Foyer den vielschichtigen Rahmen des Gespielten, und die Häuser scheuen seit jeher keine Mühen, diesen Raum repräsentativ und durchdacht zu gestalten. Nach der Fassade ist er das Erste, was die Gäste sehen, spüren und wahrnehmen. Im Idealfall fungiert er als gastfreundschaftliches Entrée, das bei jedem, der es betritt, ...
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BTR Ausgabe 6 2025
Rubrik: Ausstellungen, Seite 60
von Felix von Haselberg
Kurz mal zurück in die 90er? „Back to the 90s?“, so lautete der Titel eines dreimonatigen Programmschwerpunkts am Festspielhaus in Dresden-Hellerau. Warum die Zeit überhaupt zurückdrehen? Und wie könnte das gelingen? Bei „Back to the 90s?“ wurden diese Fragen mit unterschiedlichen Formaten angegangen, im Rahmen des Festivals „Transformation Forever“ ebenso wie im...
Im Stuttgarter Norden schlägt seit über 20 Jahren das kulturelle Herz der Stadt. Am 29. März 2003 öffnete das Theaterhaus am Pragsattel seine Türen zum ersten Mal. Die ehemalige Fabrikhalle der Rheinstahl Handelsgesellschaft wurde 1923 nach Plänen des Architekten Emil Fahrenkamp aus Düsseldorf erbaut. Die Neueröffnung 2003 war im Grunde genommen eine...
Mit der 3D-Software zacview der Wiener Firma zkoor GmbH ziehen die Volksoper Wien und die Wiener Staatsoper in ein digitales Studio. Dort wird geprobt, getestet und programmiert – so realistisch, dass die eigentliche Bühne für das Wesentliche frei bleibt: für die Kunst. Hinter der Idee steckt ein vollständiger digitaler Zwilling der Häuser. Bühne, Bühnenturm,...
