„Menschliche“ Technik
Das Ende des Individuums“ heißt ein Buch des französischen Philosophen Gaspard Koenig, in dem dieser sich mit der technologischen Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihren Auswirkungen auf die Menschheit beschäftigt. Koenig reist durch die Welt und interviewt zwischen Schanghai und San Francisco Menschen, die mit KI arbeiten. Menschen aus den verschiedensten Bereichen, zum Beispiel einen Komponisten (David Cope), der einen Algorithmus entwickelt hat, der „komponiert wie Johann Sebastian Bach“.
Da Algorithmen, die gut trainiert werden, immer besser werden können, wäre es nur logisch, wenn der virtuelle Bach am Ende sein Vorbild aus Fleisch und Knochen überflügelt, schreibt Koenig. Allerdings, das ist das Paradoxe an der Sache, wäre der „bessere Bach“ ja immer noch in seiner Existenz abhängig vom Original. Aus sich selbst heraus hätte er nicht der geniale Komponier-Algorithmus werden können, der er nun ist.
Genau dieses Paradox bildet auch den Kern der KI-Oper „chasing waterfalls“, die Anfang September Premiere an der Semperoper Dresden hatte. Ein Projekt mit vielen Autor:innen, angestoßen vom Berliner Künstlerkollektiv phase7 performing.arts GmbH, das seit ...
Sophie Diesselhorst hat Philosophie in London studiert und Kulturjournalismus in Berlin. Als freie Autorin hat sie u. a. für „taz“, „Berliner Zeitung“ und rbb Inforadio gearbeitet. Seit 2011 ist sie als Redakteurin beim Online-Theatermagazin „nachtkritik“ tätig.
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BTR 6 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 18
von Sophie Diesselhorst
Wir haben das Projekt zunächst in seiner Gesamtheit betrachtet und es als eine Kondensation der bestehenden Energien der Stadt interpretiert: Die Menschenmassen des nahegelegenen Bahnhofs und der umgebenden Einkaufszentren werden zu dem Gebäude hin kanalisiert. Der Nachtmarkt, der Bahnhof und der Kubus bilden ein Cluster von drei urbanen Verdichtungen, die durch...
Er ist der heimliche Star des Festival d’Automne in Paris (9. September bis 31. Dezember 2022): der Szenograf und Regisseur Philippe Quesne. Seit 20 Jahren besticht der 1970 geborene „Erfinder von Mikrowelten“ – wie er sich selbst bezeichnet – durch seinen Erfindungsreichtum und führt die Szenografie ins Rampenlicht. Künstlerisch sind seine Ansätze so...
Zeithistorische Ausstellungen Rück- und Ausblicke
von Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) 424 Seiten, 334 farbige u. 21 s/w Abbildungen, 16,8 × 24 cm Hardcover. ISBN 978-3-7356-0801-7 Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2022 EUR 39,90 / CHF 49,00
Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland legt nach über 35 Jahren...
