Die Bühneneinrichtung des TPAC

Beim Taipeh Performing Arts Center (TPAC) stellten die eigenwilligen Formen der Säle sowie die Lage hoch oben über der Stadt eine besondere Herausforderung für die Bühnenplaner dar. Zudem war eine größtmögliche Flexibilität der Räume im Hinblick auf die Bespielbarkeit gefordert. Ein Autorenteam des französischen Planungsbüros Ducks Scéno beschreibt die Herangehensweise an das Projekt und die technische Umsetzung

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Wir haben das Projekt zunächst in seiner Gesamtheit betrachtet und es als eine Kondensation der bestehenden Energien der Stadt interpretiert: Die Menschenmassen des nahegelegenen Bahnhofs und der umgebenden Einkaufszentren werden zu dem Gebäude hin kanalisiert. Der Nachtmarkt, der Bahnhof und der Kubus bilden ein Cluster von drei urbanen Verdichtungen, die durch einen ständigen Fluss verknüpft sind. Das allgemeine Publikum – auch Menschen ohne Theaterticket – wird ermutigt, das TPAC zu betreten.

Der öffentliche Weg führt mitten durch die Infrastruktur sowie die Produktionsräume, die ja üblicherweise versteckt sind. Sie sind aber genauso eindrücklich und werden hier wie eine Veranstaltung choreografiert. Dieser öffentliche Weg bietet den Menschen nicht nur eine komplettere Erfahrung der Theateraufführung, er schafft für das Theater auch die Möglichkeit, ein größeres Publikum anzusprechen. Die drei Bühnen des TPAC funktionieren jeweils autonom. Sie sind aber an den zentralen Kubus angedockt und bilden damit ein einziges und effizientes Ganzes. Mit dieser Anordnung können die Bühnen verändert oder gekoppelt werden und damit neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen. Meistens haben ...

Antoine Douillet war bei dem Projekt für die Bühnenmaschinerie zuständig. 
Pierre Jaubert de Beaujeu war als Bühnenplaner und Projektleiter tätig. 
Isabelle Serré hatte die Projektkoordination inne. Alle drei sind bei Ducks Scéno angestellt. Das multidisziplinäre Planungsbüro für Bühnenanlagen in Kulturbauten besteht seit 30 Jahren. Der Hauptsitz ist in Villeurbanne bei Lyon, weitere Büros befinden sich in Paris und Schanghai. Dem Team ist es ein Anliegen, innovatives Denken und technische Kultur mit Berücksichtigung des Projekt-Kontextes und der Architektur zu verbinden. Bedeutende Projekte der vergangenen Jahre waren die die Philharmonie de Paris, die Seine Musicale und die Elbphilharmonie.

Übersetzung aus dem Englischen von Karin Winkelsesser.

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BTR 6 2022
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 40
von Pierre Jaubert de Beaujeu, Antoine Douillet, Isabelle Serré

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