Erde, Weltraum, Postromantik

Beim Festival d’Automne in Paris (bis 31. Dezember) ist der Regisseur, Szenograf und Dramatiker Philippe Quesne gleich mit drei Produktionen vertreten. Seine Inszenierungen sind aber auch international sehr gefragt, darunter in Berlin, München oder Wien – Porträt eines sanften Poeten, der ironische Räume imaginiert und bespielt

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Er ist der heimliche Star des Festival d’Automne in Paris (9. September bis 31. Dezember 2022): der Szenograf und Regisseur Philippe Quesne. Seit 20 Jahren besticht der 1970 geborene „Erfinder von Mikrowelten“ – wie er sich selbst bezeichnet – durch seinen Erfindungsreichtum und führt die Szenografie ins Rampenlicht. Künstlerisch sind seine Ansätze so unterschiedlich, dass es schwerfällt, ihm eine Ästhetik oder Linie zuzuschreiben.

Was sich aber feststellen lässt, ist, dass Quesne mit Humor und einer oft cartoonhaften Verkörperung seiner Figuren diese meist als Bewohner eines von ihm imaginierten und ironisch überhöhten Raums inszeniert. In diesem thematisiert er die ästhetischen und technischen Mittel der Theaterkunst, sodass sich seine Räume nie realistisch, sondern immer hochtheatralisch geben. Mit meist einfachen Mitteln und Materialien ins Leben gerufen, werden sie zu einem ebenso wichtigen Element wie die Darsteller.

Was Quesne interessiert, ist denn auch genau deren Verhältnis zu ihrem Lebensraum. Es kann sich dabei um eine symbolische Landschaft handeln, den Weltraum, eine unterirdische Höhle, einen Pavillon, eine Wohnung, einen Pkw-Anhänger, der zu einer Bühne wird, oder ...

Thomas Hahn lebt in Paris und arbeitet dort als freischaffender Journalist. Für die BTR schreibt er über die Themen Multimedia, Bühnenbild, Akustik und Theaterbau.

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BTR 6 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Thomas Hahn

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