Mehr als nur Schwarz und Weiß – «Medea²»
In dem Theaterstück „Medea²“ nähern sich das Theater Osnabrück und das Teatro Avenida aus Maputo dem Medea-Mythos von seinen Anfängen bis zur Moderne. Schauspielleiter Dominique Schnizer hat das gewaltvolle antike Stück mit Darstellern aus beiden Ensembles in Szene gesetzt. Die schwarze Medea in Deutschland trifft auf ihr Spiegelbild – die weiße Medea in Mosambik. Eine Wand in der Mitte verbindet und trennt. Aber es steckt noch mehr dahinter.
Es ist ein Spiel mit Mehrdeutigkeit und einer bühnenbreiten Wand, die trennt und zugleich verbindet.
Man kann durch sie hindurchsehen, nicht immer aber hindurchgehen. Sie ist aus Glas, geteilt in Fensterelemente, der Raum dahinter ist eine offenbar andere Welt – die Fremde. So einfach und klar präsentierte sich der ansonsten nur mit roten Plastikstühlen möblierte, leere schwarze Bühnenraum im emma-Theater vom Theater Osnabrück. Zwei Welten – Afrika und Europa. Links an der Seite und halb im Off sitzt eine Combo. Zwei Musiker: ein Schwarzafrikaner, ein Europäer. Auch sie verkörpern die beiden Kontinente, die der Handlung dieses Theaterabends innewohnen. „Medea²“ heißt das Projekt, es beginnt mit einer Gegenüberstellung der jeweils drei ...
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