Maschine für den Tanz
Einst wurden hier 100 Meter lange Seekabel gefertigt. Die ehemalige Kabelfabrik, in der sich das Tanssin talo befindet, gibt es seit den 1940er-Jahren und liegt in Helsinkis Stadtteil Ruoholahti. Nachdem das Unternehmen Nokia in den 1980ern seine Produktion nach China verlagerte, nutzten Kreative die riesigen, leeren Räume für illegale und legendäre Raves, Kunststudios, Judo-Workshops und das älteste Gewichtheberstudio der Stadt, das immer noch rund um die Uhr geöffnet ist.
Anfang der 1990er-Jahre wurde das Areal von der Stadt Helsinki erworben – heute ist die Kabelfabrik das größte Kulturzentrum Finnlands mit Museen, Galerien, Ateliers, Kunstschulen und vielen anderen Räumen und Funktionen. Ein Teil davon ist seit Anfang 2022 das 7000 Quadratmeter große Tanzhaus. Das Tanssin talo sei wie eine riesige moderne Tanzmaschine, die an eine alte Fabrik angeschlossen ist, erklärt Harri Lindberg, Projektarchitekt von JKMM. Die Räume haben einen industriellen Maßstab und die Details sind als Teile einer Maschine zu erkennen. „Die maschinenähnliche Atmosphäre ist überall spürbar. Man kann die Technik fühlen und sogar anfassen.“
Altes und Neues miteinander verbinden
Außen fasst eine ...
Flexibilität in jedem Raum
Johannes Musch, Geschäftsführer des damaligen Planungsbüros BlueNode*, über Layout und Bühnentechnik im Tanssin talo
Aufgrund der erfolgreichen Planungsarbeit an zwei bereits abgeschlossenen Projekten in Finnland erhielt das Büro BlueNode den Auftrag, im Projektteam für den Bau des Tanssin talo mitzuarbeiten. Im November 2017 fanden die ersten Projektbesprechungen mit dem Nutzer und dem Planungsteam statt. Nach intensiver Abstimmungs- und Planungsarbeit konnte die Ausschreibung für die Bühnenmaschinerie bereits im Oktober 2019 veröffentlicht werden. Mit dem Einbau der Bühnentechnik wurde im Jahr 2021 nach Fertigstellung des Rohbaus begonnen.
Situation und Anforderungen
Um die geforderte Flexibilität in der Nutzung der Spielstätte zu erreichen, wurde von BlueNode für den Neubau ein Layout entwickelt, das die Flexibilität eines Blackbox-Theaters mit der möglichen Nutzung eines Proszeniumstheaters vereint. Die Hauptnutzung war als Tanztheater vorgesehen, aber das gesamte Theater kann auch problemlos als multifunktionaler Raum genutzt werden. Es bestand auch der Wunsch, die Bühne und den Zuschauerraum einzeln bespielen zu können. Zusätzlich können alle ...
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BTR Sonderband 2023
Rubrik: Neubau, Sanierung & Betrieb, Seite 38
von Julia Röseler
Dass Boris Gibé seine Theater selbst baut und in ihnen ein nomadisches Leben führt, kommt nicht von ungefähr. Nicht weil er sich schon früh in seinem Leben dem Zirkus zuwandte, sondern weil ein Leben außerhalb urbaner Ordnung ihm praktisch in die Wiege gelegt wurde. Denn seine Eltern waren Schäfer. Auf Korsika. Boris’ Spielplatz war die Natur und als kleiner Junge...
Staatstheater Augsburg: positive Impulse setzen
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Maria...
