Ist das (noch) Theater oder Zukunft?
In 17 Tagen haben 21.200 Zuschauer:innen die Veranstaltungen des 62. Theatertreffens besucht. Die Zehner-Auswahl der „bemerkenswertesten Inszenierungen“ wurde dieses Jahr im Haus der Berliner Festspiele, im Deutschen Theater Berlin, im Maxim Gorki Theater, in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und im Gropius-Bau gezeigt. Die Auslastung betrug 98,4 Prozent – das gaben die Berliner Festspiele zum Abschluss des Festivals bekannt. Sehr unterschiedlich kam die diesjährige Jury-Auswahl daher. Prägend waren düstere Atmosphären, pessimistische Blicke auf die Welt.
Dabei haben die Juror:innen Eva Behrendt, Janis El-Bira, Valeria Heintges, Sabine Leucht, Martin Thomas Pesl, Katrin Ullmann und Sascha Westphal ganz unterschiedliche, starke Regiehandschriften eingeladen und mit der Virtual-Reality-Performance „[EOL]. End of Life“ vom brut Wien sogar ein Stück, an dem sich beim Publikumsgespräch die Geister darüber schieden, ob das überhaupt (noch) Theater sei – während mancher Kritiker es genau andersherum als die Zukunft des Mediums Theater feierte.
Zuspruch und Protest
Inszenierungen aus der „Provinz“ fallen beim anspruchsvollen Berliner-Theatertreffen-Publikum häufig krachend durch. Jan ...
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BTR Ausgabe 3 2025
Rubrik: Foyer, Seite 5
von Iris Abel, Christine Braun, Sophie Diesselhorst, Julia Röseler
„Faust 1 & 2“
Ein Abend voller visueller Effekte: Goethes Werk läuft am Schauspiel Frankfurt in einer Fassung von Jan-Christoph Gockel und Claus Philipp. Die Reise von Faust und Mephisto geht durch die „große“ und „kleine Welt“. Die Inszenierung verortet diese Berg- und Talfahrten in einem Vergnügungspark. In einer „rauschhaften und gleichzeitig bitterbösen Fahrt“...
Zahlreiche Gäste tummeln sich zur Ausstellungseröffnung am 15. Mai im Lichthof des Baukunstarchivs NRW. Georg Ruhnau, der Sohn Werner Ruhnaus, ist mit einigen Menschen in einem Sitzensemble des Musiktheaters im Revier im Gespräch und signiert Ausstellungskataloge. Die Möbel sind eine Leihgabe aus dem Opernhaus in Gelsenkirchen, das wohl als Ruhnaus berühmtester Bau...
BTR: Herr Ringel, was hat Sie zum Theater gebracht?
Tamino Ringel: Ich habe mich schon in meiner Kindheit für Licht interessiert, zum Beispiel fand ich Geburtstage mit DJs wahnsinnig faszinierend und hab mir das immer ganz genau angeguckt. Mit zehn Jahren kaufte ich mir dann von meinem Taschengeld mein erstes Mischpult und Scheinwerfer, um selbst kreativ zu werden...
