Im Reich der Trugbilder

In „Mirage“ von Damien Jalet und Kohei Nawa entstehen betörende Mischungen aus Körper, Licht und Glitter. Die Welle optischer Täuschungen, mit Licht aus Vergangenheit und Zukunft, geht nach ihrer Uraufführung im Grand Théâtre de Genève auf Tournee

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Nebel, Leim und Algorithmen, und dann ein Licht, dessen Verwendung im Alltag längst untersagt ist: Der Choreograf Damien Jalet und der bildende und Kunststar Kohei Nawa aus Tokio zeigen in ihrer nun schon dritten gemeinsamen Bühnenproduktion, dass ihr Erfindungsgeist weiterhin sehr lebendig ist. Entstanden ist „Mirage“ mit dem Ballettensemble des Grand Théâtre de Genève, geprobt wurde zunächst in Tokio und später in einem Studio der Maison des Compagnies in Meyran, einem Vorort von Genf.

Einen Probenbesuch, den Premierenbesuch und eine Backstage-Führung später ist klar, dass Jalet und Nawa mal wieder eine Alchimie geschaffen haben, die einerseits neue Wege geht und andererseits klassische Bühneneffekte neu erfindet. Dazu kombiniert Nawa grundlegende Naturgesetze und eigens entwickelte biochemische oder physikalische Rezepturen mit maßgeschneiderten Computerprogrammen. Denn im Grunde ist der Japaner ein zum Künstler mutierter Naturwissenschaftler. Oder umgekehrt. In jedem Fall: ein Tüftler, in dessen Arbeit und Erfindungen die Schwerkraft eine zentrale Rolle spielt. In Paris ließ er 2018 einen zehn Meter hohen, goldenen und vor Ornamenten nur so strotzenden Thron unter der ...

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BTR Ausgabe 3 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 15
von Thomas Hahn

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