Im Mittelpunkt des Geschehens
Bahnhofstraße 7, 49393 Lohne. Ich stehe vor einem unscheinbaren Haus, in dem sich die Kleinkunstbühne „Chaméleon“ befindet. Ich bin hier, um mir das „Virtuelle Musical“ des Bühnentalente e. V. (https://bühnentalente.de) anzusehen. Es gibt keine Klingel, also rufe ich die angegebene Nummer an. Vincent Kaufmann, der Kopf hinter dem Projekt, öffnet mir die Tür. Ich folge ihm die Treppe hinab und wir gelangen in das modern und geschmackvoll eingerichtete Foyer.
Das Ensemble begrüßt mich herzlich, ich lege meine Jacke ab und erhalte ein Getränk. Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Team werde ich in den Vorführraum gebracht. In dem langen, aber schmalen Raum stehen an zwei Seiten je sechs gemütlich wirkende Sessel, auf dem ersten ganz vorn liegen eine (mittels UV-C-Strahlung desinfizierte) VR-Brille und Kopfhörer. Atmosphärischer Nebel strömt den Gang entlang und begleitet mich zu meinem Platz. Ich setze mich (der drehbare Sessel ist noch gemütlicher als gedacht) und betrachte das Technik-Ungetüm in meiner Hand. Ich habe noch nie zuvor mit VR-Equipment hantiert und muss mich erst einmal orientieren: vorne, hinten, oben, unten. Da ergreift Kaufmann schon das Wort und erklärt, wie ich ...
Elisa Cominato ist bei der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG) Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
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BTR Ausgabe 1 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 32
von Elisa Cominato
Zwei große schwarze Wände flankieren das Entree in die Ausstellung am Pariser Platz. Nur ein dreieckiger Ausschnitt öffnet sich in die Räume dahinter. Eine Art Passepartout als Begrenzung und zugleich markante Form als Statement, wie Erich Wonder sie immer wieder in seine Bühnenräume eingeschrieben hat. Nachempfunden ist diese Architektur Wonders Bühnenbild zu...
Shakespeare schrieb „Macbeth“ in einer Zeit, in der Theater wesentlich über das Wort wirkte. Sein Globe Theatre war so gebaut, dass das Publikum gut sehen, aber vor allem auch gut hören konnte, denn die Ränge waren so steil und nah um die Szenenfläche gebaut, dass keiner weiter als 20 Meter vor der Szene platziert wurde. Gute Sicht und gute Akustik sollte allen...
Die digitale Revolution hat die gestalterischen Möglichkeiten der Theaterbühnen um ein Vielfaches erweitert. Das gilt auch für visuelle Verwirrspiele zwischen Realität und optischen Täuschungen. In der BTR 4/2021 stellten wir die Anamorphosen des Architekten François Abelanet und der Szenografin Nadia Lauro vor, die statischer Natur sind, sodass ihr Effekt stark...
