Illusion der Unendlichkeit

„Digital Freischütz“ heißen die vier 15-minütigen Teile, in die das Publikum am Badischen Staatstheater Karlsruhe in dieser Spielzeit eintauchen kann.

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„Digital Freischütz“ heißen die vier 15-minütigen Teile, in die das Publikum am Badischen Staatstheater Karlsruhe in dieser Spielzeit eintauchen kann. Neben der analogen Operninszenierung auf der Bühne wird im Foyer des Hauses diese digitale Version gezeigt, in deren Fragmenten man den Hauptfiguren ungewohnt nahe kommt: Das Künstlerkollektiv CyberRäuber setzt lediglich motivische Schwerpunkte und schafft neue Welten, die der Zuschauer selbst erschließen kann. „Digital Freischütz“ ist die erste Produktion der Künstler mit dem Musiktheater.

Normalerweise bleiben Theater-Zuschauer im Dunkeln, sind ihre Bewegungen – das Suchen nach Bonbons, der verstohlene Blick auf die Uhr – heimlich. Bei den CyberRäubern hingegen rücken sie selbst auf die Bühne, werden sichtbar: Im Foyer des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe sitzt ein Mann mit langem grauen Bart auf einem Dreh-Hocker. Auf der Nase hat er eine große VR-Brille, auf den Ohren Kopfhörer. Er dreht sich, schaut hoch und runter und drückt dabei Knöpfe auf einer Fernbedienung in seiner rechten Hand. Drei weitere Hocker stehen bereit für das Publikum des „Digital Freischütz“.

Was sieht der Mann, was ich nicht sehe? Platz genommen auf ...

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BTR Ausgabe 1 2020
Rubrik: Thema: Licht & Ton, Seite 28
von Sophie Diesselhorst

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