Grünes Licht für Inklusion

Ausgerechnet den Umständen während der Coronapandemie war es zu verdanken, dass der Lichtgestalter Stephen Willaredt die Chance bekam, am Staatsschauspiel München zu beweisen, dass auch Menschen mit Behinderung ihre Aufgaben am Theater erfolgreich meistern können. Er gestaltete das Licht für die Uraufführung des Stücks „Mehr Schwarz als Lila“, für das Lena Gorelik selbst die Dramatisierung ihres Romans und Daniela Kranz die Regie und das Bühnenbild übernommen hatten.

Die Autorin Lena Gorelik sagt: „Kunst entsteht nie in einem gesellschaftsfreien Raum.“ Wie recht sie mit dieser These hat, bekam auch der Lichtgestalter Stephen Willaredt zu spüren: Er schuf sein Lighting Design zur theatralen Umsetzung ihres Stücks „Mehr Schwarz als Lila“ am Stellwerk von einem motorisierten Rollstuhl aus. Diese Chance zu bekommen, war nicht selbstverständlich. Zwar ist der gesetzliche Rahmen unmissverständlich: Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention beschreibt das Recht behinderter Menschen auf Arbeit auf der Grundlage der Gleichberechtigung mit anderen.

Dieser Regelungsgehalt wiederholt und bekräftigt das bereits in Artikel 6 Abs. 1 des UN-Sozialpakts für Jedermann gewährleistete Recht auf Arbeit sowie in Artikel 23 Nr. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Doch für Betriebe gibt es genügend rechtliche Lücken. Im Theaterbereich wird meist auf die bauliche Situation der historischen Gebäude und die damit verbundenen Sicherheitsvorschriften verwiesen. Quasi zu ihrer eigenen Sicherheit, so die Ausflüchte, werden oft behinderte Menschen von vielen ihrer Traumberufe ausgeschlossen.

Auch das Marstall Theater fußt auf historischer Architektur. Bei dem ...

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BTR Ausgabe 3 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 32
von Eva Maria Fischer

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