Der unendliche Punkt
Sieben Jahrzehnte Kunstschaffen, in einem Menschenleben! Und noch immer ist Yayoi Kusama am Weitermachen. Als hätte sie sich mit ihrer Kunst, die sie dem Universum gewidmet hat, dort auch einen eigenen Platz eingenommen, sich ein längeres, weiteres Zeitfenster erobert, als es den Normalsterblichen gegönnt ist. Mit 92 Jahren steht diese ungewöhnliche Künstlerin immer noch nicht still und lässt ob ihres anhaltenden Schaffensdrangs einfach nur staunen.
Denn die 70 Jahre ihres Lebens sind genauso viele Jahre an Kunstgeschichte, in der sie unübersehbare Spuren hinterlassen hat und an deren Anfang nicht das Wort steht, sondern der Punkt – der Polka Dot. Punkte, die im Werk der Japanerin allgegenwärtig sind. Dem Phänomen Yayoi Kusama widmet nun der Berliner Gropius Bau mit der Ausstellung „A Bouquet of Love I saw in the Universe“ eine großartige Retrospektive. Sie beginnt bereits draußen vor der Tür, wo die Bäume neben dem Haus rote Trikots mit schwarzen Punkten tragen. Die Verkleidung wirkt fröhlich und setzt sich im Inneren des Museums fort. In der zentralen Halle dann strecken sich rosa Tentakel zur gläsernen Decke des hohen Lichthofs. Es ist die titelgebende und eigens für diesen Raum ...
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BTR Ausgabe 3 2021
Rubrik: Ausstellungen, Seite 74
von Irmgard Berner
Was vor einem Jahr undenkbar schien, gilt nunmehr als neue Normalität – ein komplettes Jahr online. Lehre online, Übungen online, Klausuren online. In einem Kraftakt musste im April 2020, mit Beginn des Sommersemesters, die Lehre in kürzester Zeit von einem Präsenzbetrieb in alternative Online-Lehrformate umgewandelt werden. Das ist eine eher schmeichlerische...
Neue Nationalgalerie 160401_201209
von Michael Wesely 224 Seiten, 200 Abbildungen, 34 × 27,6 cm, Deutsch/Englisch, Hardcover. ISBN 978-3-7757-5033-2 Hatje Cantz Verlag, Berlin 2021 EUR 64,00
Seit Anfang 2015 hat ein Team um den britischen Architekten David Chipperfield die Neue Nationalgalerie in Berlin für 140 Millionen Euro saniert und instandgesetzt. Für den 22....
Aus dem Forschungsprojekt hat sich mittlerweile ein Verfahren entwickelt, mit dem auch kleinere und mittlere Bühnen, Kinos, Jazzclubs, Kunstvereine oder auch große Museen sehr schnell untersucht werden können. Der Ist-Zustand wird präzise erfasst. Stärken und Schwächen werden so analysiert, dass eine sehr konkrete Grundlage für Nachbesserungen geschaffen wird. Der...
