Der unendliche Punkt

Yayoi Kusama begeistert seit vielen Jahrzehnten weltweit mit ihren Kunstwelten. Die Retrospektive „A Bouquet of Love I saw in the Universe“ zeichnet vom 23. April bis zum 15. August im Gropius Bau Berlin nun den Weg zur populärsten lebenden Künstlerin nach. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Studio Kusama realisiert.

Sieben Jahrzehnte Kunstschaffen, in einem Menschenleben! Und noch immer ist Yayoi Kusama am Weitermachen. Als hätte sie sich mit ihrer Kunst, die sie dem Universum gewidmet hat, dort auch einen eigenen Platz eingenommen, sich ein längeres, weiteres Zeitfenster erobert, als es den Normalsterblichen gegönnt ist. Mit 92 Jahren steht diese ungewöhnliche Künstlerin immer noch nicht still und lässt ob ihres anhaltenden Schaffensdrangs einfach nur staunen.

Denn die 70 Jahre ihres Lebens sind genauso viele Jahre an Kunstgeschichte, in der sie unübersehbare Spuren hinterlassen hat und an deren Anfang nicht das Wort steht, sondern der Punkt – der Polka Dot. Punkte, die im Werk der Japanerin allgegenwärtig sind. Dem Phänomen Yayoi Kusama widmet nun der Berliner Gropius Bau mit der Ausstellung „A Bouquet of Love I saw in the Universe“ eine großartige Retrospektive. Sie beginnt bereits draußen vor der Tür, wo die Bäume neben dem Haus rote Trikots mit schwarzen Punkten tragen. Die Verkleidung wirkt fröhlich und setzt sich im Inneren des Museums fort. In der zentralen Halle dann strecken sich rosa Tentakel zur gläsernen Decke des hohen Lichthofs. Es ist die titelgebende und eigens für diesen Raum ...

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BTR Ausgabe 3 2021
Rubrik: Ausstellungen, Seite 74
von Irmgard Berner

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