Es lebe die Oper!
Es sieht gar nicht nach Museum aus: Durch ein Foyer mit samtenen roten Vorhängen geht es in einen Korridor, der mit lilafarbenen, mit Ornamenten bedruckten Tapeten, großen Spiegeln und glitzernden Wandlampen ausgestattet ist. Ein an die Wand angebrachter Pfeil weist in Richtung „Entree“. Wer ihm folgt, gelangt durch zwei kleine Räume in einen großen Saal. In diesem öffnet sich an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand ein roter Vorhang und gibt den Blick in ein prunkvolles Opernhaus frei.
Der Vorhang schließt sich, öffnet sich wieder und zeigt den prächtigen Innenraum eines anderen Opernhauses. Applaus ist zu hören, Premierenstimmung, es ist der spannende Moment des Beginns einer Vorstellung. Allerdings schaut man hier nicht aus der Zuschauerperspektive auf die Bühne, sondern von ihr in den Publikumssaal hinein. Dieser Effekt entsteht mittels einer riesigen Projektionswand, die fast die gesamte Breite des Raums einnimmt. Schemenhaft sind in Überkopfhöhe Balkone mit Menschen zu erkennen – diese Opernbesucher:innen in ihren Logen sind mit schwarzer Farbe auf die Seitenwände gemalt.
Dies ist das aufwendig und beeindruckend gestaltete Set der Ausstellung „Die Oper ist tot – Es lebe ...
Juliane Schmidt-Sodingen ist seit August 2021 Geschäftsführerin der Theatergemeinde Bonn. Zuvor war sie 17 Jahre lang in der Geschäftsstelle der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft tätig und von 2019 bis 2021 Redaktionsmitglied der Bühnentechnischen Rundschau.
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BTR 6 2022
Rubrik: Ausstellungen, Seite 66
von Juliane Schmidt-Sodingen
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