„Es ist wichtig, jedes Mal neu zu beginnen“

„Bayreuth-Voss“ wurde der Lichtgestalter Manfred Voss genannt. Er schuf von 1976 bis 2003, fast 30 Jahre lang, das Licht für die Premieren der Bayreuther Festspiele. Mit seinen innovativen und sehr präzisen Arbeiten setzte er Maßstäbe für Lichtgestaltung in der Opernwelt – und anderswo. Im Oktober 2020 starb Manfred Voss.


Das erste unvergessene Bayreuth-Erlebnis war „Tristan und Isolde“ 1993 in der Regie von Heiner Müller und unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Müller, der bisher nur seine eigenen Stücke inszeniert hatte, wollte in seiner ersten Opernregie „keine psychologisch motivierte, unglückliche Liebesgeschichte voller Emotionen erzählen“, wie Dr. Ingvelde Geleng schrieb (BTR 5/1993). Ihn interessierte die Konstellation des Schicksals. Er arbeitete mit einer mächtigen Bildwelt, geschaffen vom Bühnenbildner Erich Wonder und Lichtgestalter Manfred Voss.

Ein Raum aus Farben und Licht, der an den Maler Mark Rothko erinnerte. Im Laufe der Inszenierung verwandelte sich der erst farbige Kubus in eine Trümmerlandschaft; eine Welt, in der die Liebe keinen Platz hat. Die Entrücktheit der Bilder entfaltete eine suggestive Wirkung, die in den Bann zog. Heiner Müller war sehr beeindruckt und verlieh Manfred Voss den Titel „King of Light“.

Vor der Inszenierung von „Tristan und Isolde“ hatte Voss bereits 30 Jahre Bühnenberufserfahrung. Den gelernten Elektriker holte Intendant Kurt Hübner als solchen ans Bremer Theater, das in den 1960er-Jahren wegweisend an einem neuen Theaterbegriff ...

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BTR Ausgabe 2 2021
Rubrik: Foyer, Seite 6
von Karin Winkelsesser

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