Einläuten bis zum Ausklang
Es ist mucksmäuschenstill, als Florentina Holzinger zur Eröffnung des Österreichischen Pavillons auf der Venedig Biennale das Seil hinauf zur Glocke erklimmt und nackt, wie meist bei ihren Performances, in der Glocke verschwindet. Es regnet, und auf dem Vorplatz des weißen Jugendstil-Gebäudes harren Hunderte Besucher und Besucherinnen unter einem Meer von Regenschirmen aus. Plötzlich fällt die Künstlerin kopfüber aus der Glocke und baumelt – als Schlägel hin und her. Erst langsam schwingend, dann heftiger, bis der erste Ton anschlägt: Dong. Der zweite, Dongdong.
Ein Klang in die Stille wie zum Kirchgang, während sich dahinter langsam das Rolltor öffnet. Der Auftakt zu Holzingers Kunstschau mit dem Titel „Seaworld Venice“ sitzt wie das Amen im Gebet. Das Glockengeläut wird sich zu jeder vollen Stunde wiederholen, jeden Tag, bis zum 22. November.
Und ist ab dem ersten Schlag ein Publikumsmagnet. Im Bildzentrum von Holzingers Unterwasser-Raumkomposition steht ein blaues Aquarium. Darin eingetaucht ist eine ebenfalls nackte Performerin mit wallendem Langhaar und Sauerstoffgerät. Den ganzen Tag wird sie unter Wasser verbringen, die Augen hinter der Taucherbrille auf das Geschehen vor ...
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BTR Ausgabe 4 2026
Rubrik: Ausstellungen, Seite 64
von Irmgard Berner
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Bühnenbild
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