„Eine Erweiterung von Theater“
Bei „Smart aber herzlich“ in der Regie von Nils Corte am Staatstheater Nürnberg geht es darum, dass das Verkaufshologramm eines Maklerbüros versucht, eine Wohnung unter die Leute zu bringen, aber das Inventar – Staubsaugerroboter und Smartfridge – sich alle Mühe gibt, jeden Interessierten zu vergraulen. Für die Zuschauer:innen besteht 42 Tage lang die Möglichkeit, mit diesen drei KIs zu interagieren und Teil einer WG-Soap zu werden.
Auch das Ensemble besucht diese WG – und treibt in sechs eigenständigen Episoden die Geschichte voran, die als Live-Aufführungen auch vor Ort im Nürnberger Zukunftsmuseum zu sehen sind.
Corte beschäftigt sich schon länger mit digitalem Theater: Er ist Alumni der Akademie für Theater und Digitalität und war mit der Produktion „Das House“ zum Showcase des Berliner Theatertreffens 2021 eingeladen. 2022 wurde er für die Produktion „Pan’s Lab“ für den FAUST in der Kategorie „Genrespringer“ nominiert. Er konzipiert und entwickelt Apps im Theaterkontext und steht in puncto digitales Theater im steten internationalen Austausch, etwa im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2025 in Linz, bei dem der Schwerpunkt auf „Digital Theater“ lag (siehe Seite 47). Zum ...
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BTR Ausgabe 6 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 44
von Julia Röseler
Romeo und Julia, das wohl berühmteste Liebespaar der Weltliteratur: Viele Zitate aus dem Drama von William Shakespeare sind sprichwörtlich geworden, die Balkonszene ist ikonisch: Wie wird sie nun am Residenztheater in München gelöst? Fünf Kilometer weiß lackiertes Vierkant-Stahlrohr, in Präzisionsarbeit verarbeitet zu einer fast zehn Tonnen schweren, motorisierten...
Ein drittes Mal – nach Hans Werner Henzes „Das Floß der Medusa“ (BTR 6/2023) und Georg Friedrich Händels „Messias“ (BTR 6/2024; 1/2025) – eröffnete die Komische Oper Berlin ihre neue Spielzeit im Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Regisseur Andreas Homoki hatte sich für seine neue Regiearbeit „Jesus Christ Superstar“ (Uraufführung 1971 in New York)...
Theaterbauwissen Objekte, Medien und Diskurse zwischen Kaiserreich und Kaltem Krieg
von Jan Lazardzig, Bri Newesely, Kerstin Wittmann-Englert, Franziska Ritter, Halvard Schommartz, Marie-Charlott Schube (Hrsg.)
304 Seiten, 80 farb. Abb., 17 × 24 cm. ISBN 978-3-98612-083-2
Jovis Verlag, Berlin 2025 EUR 42,00
Als öffentliche Bauaufgabe sind Theater ein exponierter...
