Das Kultur-Ufo ist gelandet

Mit sechs Jahren Verzug wurde im Spätsommer das Taipeh Performing Arts Center, kurz TPAC, eröffnet. Ein vorläufiger Höhepunkt in der Serie von Kultur-Neubauten, die der Inselstaat in den vergangenen Jahren realisiert hat. Das TPAC soll ein Theater fürs Volk sein und ist nun als Kultur-Ufo in einem quirligen Marktviertel gelandet

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In Taiwan hat sich seit den 1990er-Jahren, als das Land sich allmählich von einem autoritär regierten Regime in Richtung einer Demokratie löste, eine lebendige Kulturszene entwickelt, u. a. mit rund 1000 Musik- und Theaterensembles. In Taiwan gab es keine Kulturrevolution wie in China, sodass sich kulturelle Traditionen wie Puppen- und Trommeltheater sowie die chinesische Oper erhalten haben und auch die Minderheit der Ureinwohner zunehmend in der Kulturszene präsent ist. 50 Ensembles werden vom Staat oder den Kommunen subventioniert.

Lange Zeit gab es als repräsentativen Bau lediglich das – übrigens mit deutscher Beteiligung – 1987 fertiggestellte Nationaltheater in Taipeh. Zu Beginn des neuen Jahrtausends beschloss die Regierung, den vielfältigen kulturellen Entwicklungen Rechnung zu tragen. So entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Theater und Kulturbauten. Zu den wichtigsten zählen das Kulturzentrum von Kaohsiung (BTR 1/2019), das Opernhaus in Taichung (BTR 5/2016) sowie das Taiwan Traditional Theatre Centre, auch Xiqu genannt, von 2017. Es hat zeitlich das TPAC überholt, denn dies sollte eigentlich 2016 eröffnet werden. Im August nun wurde das 2021 ...

Karin Winkelsesser war Mitherausgeberin und langjährige Redakteurin der BTR. Sie bleibt der BTR weiterhin als freie Autorin verbunden.

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BTR 6 2022
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 36
von Karin Winkelsesser

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