Der Wille zu leuchten
Seit 2006 ist das Ballhaus Ost Spielstätte für freies Theater, Performance, Tanz, Musiktheater und Neue Musik. 1907 als Feier- und Versammlungshalle der Freireligiösen Gemeinde Berlins gegründet, wurde es als selbstverwaltete Künstler:innen-Bühne zur Experimentierbühne für unterschiedlichste Formen zeitgenössischen Theaters und Wirkstätte von Gruppen und Künstler:innen ausgebaut. Mittlerweile ist es zu einer der wichtigsten Spielstätten der freien Szene der Stadt avanciert, mit jungen, internationalen Protagonist:innen auf der Bühne und im Saal.
Und genau hier schlägt sich der Bogen zur Veranstaltung „Materialize me!“: Der Studiengang „Bühnenbild“ bespielt mit den Semesterabschlussarbeiten der Studierenden nun schon zum dritten Mal zum Ende des Wintersemesters für kurze Zeit das gesamte Haus. Gezeigt werden Projektergebnisse unterschiedlicher Kurse der Bachelor- und Masterstudierenden.
Los geht es bereits im Eingangsbereich, wo uns im Halbdunkeln eine Arbeit der Stipendiatin Katie Heaton empfängt. Ihre „Weimarismen“ sind die erste einer Reihe skulpturaler Arbeiten, in denen sie die Wiederbelebung kultureller Phänomene der Weimarer Republik in der modernen Welt untersucht. Die hier ...
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BTR Ausgabe 2 2026
Rubrik: Beruf und Bildung, Seite 68
von Claudia Assmann
Typisch für die Ausstattung einer Brecht-Inszenierung ist ein schlichter, weißer Vorhang, eine Brecht’sche Gardine, auf die der Zuschauer als Erstes schaut. Oft per Seil in Führung gebracht, ruhig etwas knittrig und nur mäßig blickdicht, hat diese Art des Vorhangs bewusst etwas Provisorisches. Er nimmt dem Theater die Schwere und will in keiner Weise wertvoll sein,...
Seit 2008 schaffte es eine umfangreiche Forschungsarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Theaterbauwissen“, einen intensiven Blick auf die Verknüpfungen der 100-jährigen Geschichte des Theaterbaus und Theaterbetriebs in Deutschland zu werfen. Gemeinsam mit dem Architekturmuseum der TU Berlin, dem Theaterwissenschaftlichen Institut der FU Berlin, dem...
BTR: Karo Krämer, was hat Sie zum Theater gebracht?
Karo Krämer: Der Zufall. Mit 14 wollte ich eigentlich Fußball spielen, aber ich habe mich in dem Verein nicht wohlgefühlt. Dann hat mich meine ehemalige Horterzieherin, die zu der Zeit eine Ausbildung zur Theaterpädagogin machte, gefragt, ob ich in ihrem Jugendclub dabei sein will, und da bin ich geblieben. Mit...
