Das Ruhrgebiet liegt am Meer

Die Ausgabe der Ruhrtriennale 2022 begab sich auf die Suche nach utopischen Orten. In diesem Sinne stellte die Intendantin Barbara Frey für ihre zweite Spielzeit die Behauptung auf, das Ruhrgebiet läge am Meer. „Haus“, die szenische Aufführung des Kammermusikzyklus von Sarah Nemtsov, löste das Versprechen eines geträumten Ortes ein. Zu erleben war eine kongeniale immersive Inszenierung von Raum, Bild und Klang

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Die Produktion „Haus“ der Komponistin Sarah Nemtsov, der Regisseurin Heinrich Horwitz und der Medienkünstlerin Rosa Wernecke firmierte im Programm der Ruhrtriennale unter der Rubrik Musiktheater. Im Programmheft trug sie den Untertitel „Eine musiktheatralische Raumperformance“. Wiederum rückte die Intendantin Barbara Frey das Werk einer Komponistin auf den prominenten Platz der großen Produktionen des Festivals.

Nemtsov wurde 1980 in Oldenburg geboren und studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann.

Sie ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden und gehört gegenwärtig zu den prägenden zeitgenössischen Komponist:innen. Ihre musikalische Sprache zeichnet sich durch komplexe, energetische Texturen, musikalische Schichtungen und Wechselwirkungen zwischen akustischen Instrumenten und Elektronik aus. In der Produktion „Haus“ wurden ab 2013 entstandene kammermusikalische Kompositionen von Nemtsov in und um die Turbinenhalle in Szene gesetzt. Und es gilt auch andersherum: Die Turbinenhalle wurde musikalisch in Szene gesetzt, sodass auch der bespielte Raum zum Musikinstrument wurde. So beginnt das Stück auf dem Vorplatz der ...

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BTR 5 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 38
von Antje Grajetzky

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