Werwolf Wuttke
Im Mittelpunkt der Inszenierung von Kata Wéber (Text) und Kornél Mundruczó (Regie) steht ein schlauchförmiges Ungetüm, das auf den ersten Blick wie eine Camera obscura aussieht, sich beim näheren Hinsehen aber als Raumschiffattrappe entpuppt. Darüber hängt ein riesiger Screen, der das Geschehen im Inneren des Raumschiffs in Kinogröße zeigt. Wir befinden uns in einem aus dem Ruder laufenden Filmdreh.
Wie schon der Titel des Stücks verrät, geht es um «Method Acting».
Jene Schauspieltechnik also, die nach Stanislawski von Lee Strasberg entwickelt wurde und darauf beruht, dass Darstellende ihre eigenen Gefühlswelten und Traumata anzapfen, um sich voll und ganz in ihre Rolle hineinzubegeben. In diesem Fall wird sie von dem Hauptdarsteller des fiktiven Films – Martin Wuttke spielt einen alternden Astronauten – angewendet. Sein intriganter Schauspielcoach (Benny Claessens) und der eigene Größenwahn treiben ihn dabei allerdings so weit, dass er in diesem Zustand mehrere Morde begeht. Wuttkes Astronaut soll laut dem Drehbuch des Films im Verlauf der Handlung nämlich zu einem Werwolf werden.
Man merkt schon: Wéber, Mundruczó und ihr Ensemble, das an der Stückentwicklung beteiligt war, haben ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Anna Fastabend
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