Vorläufiger Konsens
Der 7. Oktober datiert zukünftig das größte Pogrom gegen Jüd:innen seit der Shoa – noch dazu in Israel, dem Land, das zum Schutz jüdischen Lebens gegründet wurde. Das Versagen von Regierung, Militär und Geheimdiensten potenziert die Retraumatisierung der Bevölkerung. Noch ist nicht abzusehen, wie tiefgreifend das Massaker und seine gewalt(tät)igen Folgen die Welt verändern werden. Die militärische Antwort Israels, seine massive Bodenoffensive in Gaza, hat mittlerweile über mutmaßlich 10.
500 – zumeist zivile Opfer und Kinder – gefordert und überschreitet dabei rücksichtslos die Grenzen der Humanität.
Der Krieg im Nahen Osten wird auch an geopolitischen Fronten geführt und setzt sich medial fort. Das Ausmaß an antisemitischen Übergriffen in Deutschland wie auch die Bereitschaft der Kunst- und Kulturlandschaft, sich polarisieren zu lassen, Zusammenhänge zu vereinfachen, Empathie und Ambivalenzen auszublenden, hat allerdings eine neue Dimension angenommen.
Wer ist die «jüdische Community»?
Unter dem Titel «Reclaim Kunstfreiheit. Antisemitismuskritik, Kunst & Kultur» startete am 10. Oktober, nur drei Tage nach dem Massaker, eine insgesamt einwöchige Veranstaltungsreihe an wechselnden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
AACHEN, THEATER
2. Grosch und Kemp, Vom Fischer und seiner Frau
R. Katharina Grosch
8. Gudarzi, Die Burg der Assassinen (U)
R. Florian Fischer
AALEN, THEATER DER STADT
9. Kleist, Michael Kohlhaas
R. Jonathan Giele
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD VON WINTERSTEIN THEATER (ETO)
9. Hirsch, Der Fürst von Pappenheim
R. Christian von Götz
19. Andersen, Die Schneekönigin
R....
Das schwindelerregende Verhältnis von Kunst und Terror hat schon vor gut zwanzig Jahren die Volksbühne auf einem sehr dünnen Seil tanzen lassen. Im Nachgang von 9/11 griff Dramaturg Carl Hegemann das Diktum des Komponisten Karlheinz Stockhausen auf, der den Al-Qaida-Angriff als «größtes Kunstwerk aller Zeiten» gepriesen hatte, dachte gemeinsam mit dem...
Dass es Rieke Süßkow (nach ihrem Wiener Überraschungserfolg mit Peter Handkes «Zwiegespräch») nun auch in Nürnberg gelang, selbst einen Werner Schwab so umzukrempeln, dass man ihn beinahe nicht wiedererkennt, grenzt an ein Wunder. Die gallig ordinäre Wirtshausposse, in der sich ein paar durchgeknallte Stammgäste Beleidigungen und Geschlechtsorgane um die Ohren...
