Vorläufiger Konsens
Der 7. Oktober datiert zukünftig das größte Pogrom gegen Jüd:innen seit der Shoa – noch dazu in Israel, dem Land, das zum Schutz jüdischen Lebens gegründet wurde. Das Versagen von Regierung, Militär und Geheimdiensten potenziert die Retraumatisierung der Bevölkerung. Noch ist nicht abzusehen, wie tiefgreifend das Massaker und seine gewalt(tät)igen Folgen die Welt verändern werden. Die militärische Antwort Israels, seine massive Bodenoffensive in Gaza, hat mittlerweile über mutmaßlich 10.
500 – zumeist zivile Opfer und Kinder – gefordert und überschreitet dabei rücksichtslos die Grenzen der Humanität.
Der Krieg im Nahen Osten wird auch an geopolitischen Fronten geführt und setzt sich medial fort. Das Ausmaß an antisemitischen Übergriffen in Deutschland wie auch die Bereitschaft der Kunst- und Kulturlandschaft, sich polarisieren zu lassen, Zusammenhänge zu vereinfachen, Empathie und Ambivalenzen auszublenden, hat allerdings eine neue Dimension angenommen.
Wer ist die «jüdische Community»?
Unter dem Titel «Reclaim Kunstfreiheit. Antisemitismuskritik, Kunst & Kultur» startete am 10. Oktober, nur drei Tage nach dem Massaker, eine insgesamt einwöchige Veranstaltungsreihe an wechselnden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
MÜNSTER, LWL MUSEUM FÜR KUNST UND KULTUR
bis 14.4.24, Nudes
In Kooperation mit der Tate London beleuchtet die Ausstellung den historischen künstlerischen Akt, intime und moderne Aktdarstellungen sowie surreale Körper und politisch aufgeladene und fragile Darstellungen nackter Körperlichkeit, Themen wie den männlichen Blick auf den nackten Frauenkörper und die Frage...
Im Frühjahr 1958 unterlief dem Suhrkamp-Cheflektor Walter Boenisch ein historisches Fehlurteil. «Wir erlauben uns, Ihnen Ihre Gedichte wieder zurückzuschicken, da wir uns außer Stande sehen, in diesen puren Wortspielereien einen lyrischen Gehalt zu entdecken», schrieb er. «Man kann vieles als Gedicht bezeichnen, diese Stücke aber nicht.» Werch ein Illtum! Aber so...
Ich wünschte, Metin, man könnte Erinnerungen einfangen. Wie Insekten, die ein Eigenleben haben, einen eingebauten Instinkt, der sie leitet.» Arda, Protagonist von «Vatermal» und lebensbedrohlich erkrankter Literaturstudent, hat im Krankenhaus plötzlich Zeit und Druck, sich zu erinnern. Auch Mutter Ümran und Schwester Aylin, die sich am Krankenbett sorgfältig...
