Vom Sozialismus der besseren Drogen

Flucht in den Rausch: «Die 1-Promille-Show» an der Berliner Volksbühne

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Es geht hier nicht einfach um ein kollektives Besäufnis», beschwor der Maître de Plaisier Carl Hegemann zum Auftakt das erwartungsfrohe Publikum, das die Kantine der Volksbühne bis auf den letzten Holzstuhl füllte. «Es geht heute Abend um viel, viel mehr.»

«Im Gespräch mit redegewandten Persönlichkeiten» wollte die «1-Promille-Show» «Rausch» die «Tiefen und Untiefen des alkoholisierten Bewusstseins» ergründen.

Dazu griff das neue Kantinen-Format programmatisch auf die volks­bühneneigene Diskursarbeit zu «Kapitalismus und Depression» Anfang der Nuller Jahre zurück, die seinerzeit neben Beiträgen zur «Kulturgeschichte des Kotzens» (Thomas Hauschild) und der «Müdigkeit, man selbst zu sein» (Alain Ehrenberg) gleich mehrere Beweisführungen zur «natürlichen Überlegenheit vierteiliger Modelle» hervorbrachte. In der «Ordnung der Getränke» bescheinigte Diedrich Diederichsen den «Vier Stufen des Betrunkenseins» – angefangen bei der zumeist harmlosen «Übertreibung der Freundschaft» bis zur gravierenden «Leugnung jeglicher Evidenz» – eine «auffällige Ähnlichkeit mit den Etappen der Zivilisationsgeschichte schlechthin».

1 Liter Wein pro Zuschauer*in

Zwecks psychoaktiver Unterstützung des also ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Anja Quickert

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