Nur nichts nachlassen

Falk Richter überschreibt Shakespeares «Lear» am Stuttgarter Schauspielhaus

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Das Atmen fällt dem Alten schwer. Die Sauerstoffmaske im Gesicht, die Wangen fahl, die Lider verschlossen: Selbst als Todgeweihter überschattet Thomas Lind sein Königreich, das Theater, im Cine -mascope-Format. In Linds Backstage-Empire, für jedermann durch den Videoscreen im Stuttgarter Schauspielhaus sichtbar, macht sich schon seine Tochter breit. Sie hat Linds letz -tes Großprojekt geerbt, Shakespeares «König Lear». Ausgerechnet.



Aber jetzt ringt Karin mit einer Doppelbelastung: hier die Konzepte des Regie-Übervaters (theater-)historisch überwinden, dort den Infarktpatienten telefonisch zur Raison bringen – verbunden mit dem Appell, doch bitte keine Ärzte anzubrüllen, keine Pflegerinnen zu belästigen. «Du musst die Menschen besser behandeln, Papa, sonst verlassen die dich.» Ein guter Rat. Nur eben für toxische Charaktere wie Lind oder Lear schwer zu beherzigen.

Bühnenpatriarch Lear
Lind oder Lear. Töchter und Väter. Liebe und Hass, Gehorsam oder Rebellion. Um diese Pole dreht sich Falk Richters Überschreibung. Der Autor-Regisseur fügt Shakespeare einen zeitgenössischen Rahmen hinzu, der als Makingof einer «Lear»-Inszenierung den Grundkonflikt der Vorlage ziemlich durchsichtig ...

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Theater heute April 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Stephan Reuter

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