In Bullshit-Zeiten
Es ist unerlässlich, dass sich die Diversität unserer Stadt im Kulturbereich widerspiegelt», schreibt Sarah Wedl-Wilson, die Berliner Staatssekretärin für Kultur, in ihrem Grußwort der pünktlich zur Jahreskonferenz erschienenen Publikation «Beteiligung. Macht. Theater.» «Fair Stage ist daher Teil einer größeren Strategie seitens der Berliner Kulturpolitik», versicherte sie schriftlich.
«Dieser Prozess ist essenziell für die Zukunft unserer Bühnen – wir brauchen Theaterutopien!»
Nun war besagte kulturpolitische Strategie und Wedl-Wilsons «Herzensthema» zum Zeitpunkt der Konferenz allerdings durch die am 19. November durchgestochene Kürzungsliste längst Makulatur. Auch der Konferenz-Titel «Dranbleiben – Strategien und Utopien einer fairen Theaterpraxis» musste Veranstalter- wie Teilnehmer:innen – je nach individuellem Betroffenheits- und prognostiziertem Abwicklungsgrad ihrer Institution – geradezu zynisch erscheinen: Stand der Daily News betrafen die Sparmaßnahmen den Bereich Inklusion und Diversität zu 100 Prozent. Komplettabwicklung.
Dabei sollten nicht nur künstlerische Initiativen wie die Mondiale oder das Sinema Transtopia zugunsten einer wie auch immer missverstandenen ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Kulturpolitik, Seite 38
von Anja Quickert
Der «Camino Real» ist für Lavinia Nowak ein weiter Weg in die Freiheit. Am Wiener Volkstheater vermengt die Regisseurin Anna-Sophie Mahler etliche Ensemblemitglieder mit der bekannten US-Band Calexico auf der Bühne zu einer recht konzertanten Inszenierung von Tennessee Williams’ seltsamstem Stück.
Sich neben solchen popmusikalischen Schwergewichten zu profilieren,...
Es muss sich anfühlen wie eine ganze Reihe von Nackenschlägen, die Ca -rena Schlewitt im Herbst einstecken musste. Der Intendantin von HELLE-RAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, mit dem wunderbaren Festspielhaus am Rande Dresdens, einer der Leuchttürme der Freien Szene in Sachsen, ja, in Ostdeutschland, geht im nächsten Jahr möglicherweise das Geld aus....
New York, 1975. Die verlassenen, verfallenden Docks am Ufer des Hudson River sind schwule Cruisingzone und üben auch auf Künstlerinnen und Künstler starke Anziehungskraft aus. Mazlum Nergiz hat die Gegend zum Schauplatz seines neuen Stücks «Am Fluss» gemacht. Die urbane Flusslandschaft macht es möglich, verschiedene Themen und Zeiten zusammenzubringen. Zitat: «Wenn...
