Im Schutz des Ballrooms
Nach Dinçer Gücyeters «Unser Deutschlandmärchen» am Gorki und «Archiv der Sehnsüchte» nach Deniz Utlu am Schauspiel Hannover ist Necati Öziris «Vatermal» bereits die dritte Romanadaption, die Regisseur Hakan Savas Mican innerhalb weniger Monate auf die Bühne bringt. Alle Inszenierungen erzählen aus der Perspektive von Söhnen der ersten Generation türkischer Einwanderer:innen und dem oft komplizierten Verhältnis zu ihren Eltern, und stets spielt live performte Bühnenmusik eine prominente Rolle. In «Vatermal» ist sie geradezu offensiv als Verfremdungsinstrument eingesetzt.
Der Abend beginnt mit einem Livefilm, der den erzählerischen Rahmen absteckt: Literaturstudent Arda geht mit zwei Komilitoninnen ins Theater, ihm wird schlecht, er muss sich übergeben und landet im zum Krankenhaus umfunktionierten Gorki-Keller. Dort erfährt er, dass er an einer genetischen Leberkrankheit leidet und sein Leben am seidenen Faden hängt. Doch statt in ein Nachthemd schlüpft Arda in einen Smoking und gelt sich das Haar zurück; als er kurz darauf tatsächlich die Bühne betritt, umfängt ihn das mondäne Flair eines Ballrooms. Hinten teilt sich der Raum in zwei aufsteigende Treppen, auf denen Kristina ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2025
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Eva Behrendt
Maria Milisavljevics «Staubfrau» handelt von Femiziden und denen, die dabei zugesehen haben. Nicht nur die Täter sind Täter, auch die Zuschauer:innen: der Stückabdruck
Das Theater und seine Bubble empfindet die Schauspielerin Sandra Gerling nur bedingt als den richtigen Ort für gesellschaftliche Veränderung: ein Porträt
Michael Börgerding hat sich selbst nicht so...
Das Stück kann aufgrund seines Layouts nicht im Browser dargestellt werden.
Abonnenten können es elektronisch im E-Paper oder in unserer App lesen. Oder wenden Sie sich für ein PDF an die Redaktion.
Die schmutzigen Hände», Klassiker des Existenzialismus, Rededrama mit klaren philosophischen Positionen. Gut für die Schule, schlecht fürs Theater. Die sich gleichwohl immer wieder darum bemühen, weil sie ja auch den Schüler:innen was bieten müssen. So jetzt das Schauspielhaus Zürich, wo die Nachkriegspolitparabel nebenbei vor 76 Jahren zum ersten Mal auf deutsch...
