Hummer und Anti-Dornröschen
Neue Stoffe für die Bühne, mal was anderes als die Klassiker, bei denen sich da über die Jahrzehnte und -hunderte zu viel weltbildlicher Staub auf dem Kanon-Rücken angesammelt hat. Na, dann macht mal, muss sich Volkstheater-Intendant Christian Stückl gedacht haben, lässt er die Spielzeit doch von zwei Regisseurinnen mit frischen Stoffen eröffnen: Yorgos Lanthimos’ Film «The Lobster» und Ottessa Moshfeghs Roman «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung». Das klingt nach Zeitgeist, Unterhaltung, und ob das Ganze darüber hinaus noch etwas zu bieten hat – wird sich zeigen.
Es eröffnet Lucia Bihler mit «The Lobster». Eine smarte Wahl, schließlich ist Lanthimos der letzte Mythologe des Kinos und damit wie gemacht fürs Theater. Seine Filme handeln von Opfern, Schöpfung, Randzonen des Sozialen – am Ende also immer von Beziehungen. Am deutlichsten in «The Lobster». Der Film erzählt von einem «Dating-Hotel», darin sich Singles nach übereinstimmenden spezifischen Eigenschaften – wie etwa Nasenbluten – paaren, wobei als Motivationshilfe folgende Spielregel gilt: Sollte diese Paarung nicht binnen weniger Tage glücken, wird man in ein Tier seiner Wahl verwandelt. David, der Held des Stückes, wählt ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Maximilian Sippenauer
Stressfrei ist Stefan Bachmanns Start an der Burg nicht über die Bühne gegangen. Einige der ersten Premieren seiner Direktion waren vom Pech verfolgt. Für den Eröffnungs-«Hamlet» (TH 10/2024) hatte der angekündigte Star, Ifflandring-Träger Jens Harzer, schon vor dem Sommer abgesagt. Zum Premierenapplaus kam Regisseurin Karin Henkel dann auch noch mit Beinschiene...
Die Entstehungsgeschichte beschreibt Thomas Köck zu Beginn so: »Eigentlich hatte ich B zugesagt, ein Jahr österreichischer Innenpolitik, also das eine Jahr vor den kommenden Nationalratswahlen, zu ‹begleiten› oder zu betrachten, eine Art fortlaufende, politische Bestandsaufnahme als Grundlage für einen Theaterabend, nicht mit dem Wunsch, eine knallharte Analyse zu...
Peter Eschberg, der jetzt im steirischen Ort Kirchberg im Alter von 87 Jahren starb, war nach seiner Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar ein an den Münchner Kammerspielen (1959–1962), an den Frankfurter Städtischen Bühnen (1963/64) und an den Westberliner Theatern Freie Volksbühne und Schaubühne am Halleschen Ufer (1964–1966) erfolgreicher, mit leichtem Sinn...
