(Hör-)Bücher für den Weihnachtstisch
Ein unzeitgemäßes Buch: Esther Slevogt blättert das Leben von Wolfgang Langhoff auf, eine der tragischeren Theaterbiografien des letzten Jahrhunderts. Langhoff hat seine bürgerliche Herkunft, seine Vergangenheit als Freikorpskämpfer und als dandyhafter Jungschauspieler an Louise Dumonts Düsseldorfer Schauspielhaus hinter sich lassend, den Kommunismus um 1930 in einem plötzlichen Glaubensakt zu seiner Sache gemacht und lebenslang wider alle Vernunft daran festgehalten.
Noch bis 1932 spielte er zentrale Rollen bei der Dumont, aber gleichzeitig betrieb er die Agitproptheatergruppe «Nordwest ran». Zu den Übertreibungen der Autorin gehört allerdings die Formulierung, solche Truppen seien «explosionsartig überall entstanden», das hängt zusammen mit der ziemlich umfangreichen Literatur, der in der DDR dieses Thema gewidmet wurde.
1933 wurde Langhoff von den Nazis durch die frühen KZs Börgermoor und Lichtenburg geschleift, worüber er schon 1934, glücklich in die Schweiz entkommen, das Buch «Die Moorsoldaten» veröffentlichte, ein erstes literarisches Zeugnis über diese finstere Seite des NS-Systems. Es gab davon schnell mehrere Auflagen. Langhoff gelangte ans Zürcher Schauspielhaus, dessen ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: MAGAZIN, Seite 61
von Henning Rischbieter
Überregional wahrgenommen für seinen Diskussionsanstoß zur Zukunft des Stadttheaters, hat das Theater Freiburg momentan nur ein Sorgenkind: das Kleine Haus, das eigentliche Domizil des Schauspiels. Man habe, sagte Intendantin Barbara Mundel der örtlichen Zeitung, den Bogen vielleicht mit «zu vielen unbekannten Stücken» überspannt, das Haus war zuletzt nur zu 65...
Eine Herbstreise durch die Romane inszenierende Theaterlandschaft könnte endlos dauern. Tatsächlich ist ja, seit Frank Castorf irgendwann Mitte der 1990er Jahre anfing, schwere Russen-Romane oder feuilletonistische Zeitgeistergüsse in exaltierte Bühnenwelten zu verwandeln, aus dem interessanten Sonder- ein dramaturgischer Normalfall geworden. Ein Paradox befeuert...
Ein Küken ist in die Jauchegrube gefallen. Der ganze Bauernhof versammelt sich, setzt Gott und die Welt in Bewegung, um das winzige Wesen zu bergen – und um es, kaum dass es dem Tod entrissen und gesäubert ist, zart in Butter zu braten und zu verspeisen. Ja so san’s, die bayerischen Bauern: herzensgut und saubrutal.
Josef Bierbichler, der diese kleine gemeine...
