Geburtsort: Simferopol
Tschechow natürlich! Sie würde gerne einmal Tschechow spielen, sagt Svetlana Belesova. Fürs Vorsprechen hatte sie den Schlussmonolog der Nina aus der «Möwe» erarbeitet, den Text zweisprachig, Russisch und Deutsch, eingeübt. Das war durchaus ungewöhnlich, aber es überzeugte. Sicher auch, weil diese Nina so viel Svetlana war – und umgekehrt: das Suchen nach einem Halt, einem Zuhause, der Drang zur Bühne, der lange, verzweigte Weg, der hinter der Figur und der wirklichen Person liegt. Svetlana ist Russin von Geburt. Wie Nina.
«Ich bin wirklich eine Schauspielerin, ich spiele mit Genuss, mit Hingabe, berausche mich auf der Bühne und fühle mich gut», heißt es bei Tschechow. Und Belesova bekam das Engagement, ihr erstes festes überhaupt. Es ging nicht «nach Moskau!», obwohl das ja eigentlich von dort, wo sie geboren wurde, von der Krim, die logischere Richtung gewesen wäre. Es ging nach Bochum. Zu Johan Simons und zu einem völligen Neuanfang in einer alten Theaterstadt, mit der die Schauspielerin langsam warm wird. Man könnte also weiter die Nina zitieren: «Und seit ich hier bin, gehe ich zu Fuß, gehe und denke, denke und spüre, wie mit jedem Tag meine seelischen Kräfte wachsen …»
Nach ...
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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Bernd Noack
Von allen Schreckgestalten ist der Vampir die explizit queerste: sexuell aktiv, effeminiert, hochsensibel, schillernd zwischen Gefahr und Lust. Der Immobilienmakler (Niko Eleftheriadis) in Sivan Ben Yishais «Die tonight, live forever. Oder: Das Prinzip Nosferatu» ist entsprechend die Schrumpfversion des Vampirs. Er hockt in einem Businesshotel, vertickt...
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