Europa: Schwarzes Loch Zukunft
Auf ihr Talent zum kritischen Hinterfragen der Gegenwart bilden sich zeitgenössische Theatermacher zu Recht etwas ein. Darüber nachdenken, wohin der Zeitgeist uns treibt, und warum, und ob wir dieses Wohin tatsächlich so gewollt haben – das ist ja auch eine vornehme Aufgabe. Vor diesem Hintergrund gute dramatische Geschichten zu erzählen, geht noch mal einen Schritt tiefer als das reine Denken, denn damit wagt man sich in die Höhle der Fiktion, des Ungewesenen. Man bebildert ein schwarzes Loch namens Zukunft.
«In welcher Zukunft wollen wir leben?», das war am Theater Freiburg die dominante spielzeitübergreifende Leitfrage in der Intendanz von Barbara Mundel. Jetzt, da sich Mundels Abschiedssaison ihrem Ende zuneigt, wird diese Frage nochmals gestellt, an vier diskursfreudigen Themenwochenenden über Realitäten und Visionen, die die Bildungsbürgerschicht auf diesem sehr alten, sehr unscharfen Kulturkontinent Europa unmittelbar betreffen.
Am Eröffnungswochenende zum Beispiel sprachen Rathauschefs aus Saloniki, Freiburg und dem belgischen Mechelen darüber, ob Europas Städte die Welt retten können. Zu einem eindeutigen Ja verstieg sich naturgemäß niemand. Glattweg abgelehnt wurde ...
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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Reuter
Premieren im Mai 2017
Aalen, Theater der Stadt
6. nach Baum, Der Zauberer von Oz
R. Siegfried Hopp
27. Decar, Das Tierreich
R. Marcus Krone
28. nach Kästner,
Emil und die Detektive
R. Arwid Klaws und Anne Klöcker
Altenburg/Gera, TPT
20. Becker, Aldor und Arisha,
Cohn Bucky Levy – Der Verlust (U)
R. Bernhard Stengele
Augsburg, Theater
6. Fuhrmann und Wiegand,
Unruhe im...
Wird ein Mensch als wilder Hund bezeichnet, ist das nicht wörtlich zu verstehen und meist eher respektvoll gemeint. Jene Menschen aber, die sich buchstäblich wie Hunde verhalten – Pfötchen geben, an den Baum pinkeln und so –, werden für verrückt erklärt. Nicht in Erwägung gezogen wird, dass es sich tatsächlich um Hunde in Menschengestalt handeln könnte. «Hundsch»...
Barbara Burckhardt: Shirin Sojitrawalla, Christian Rakow, das erste Jahr in der Theatertreffen-Jury ist überstanden: Haben die Erfahrungen in diesem Jahr Ihren Erwartungen entsprochen, oder hat sich da einiges korrigiert?
Shirin Sojitrawalla: Die Erfahrung ist schon sehr anders als die Erwartung. Ich dachte, man fährt ein Jahr rum, guckt ca. hundert Stücke, und...
