Die neue Hauptsache

Es klingt wie eine schlechte Nachricht: Beim Theatertreffen kann man es nicht allen recht machen. In Wirklichkeit ist es eine gute.

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Jeder Juror des Berliner Theatertreffens ist eigentlich eine tragische Figur. Denn immer macht er oder sie viel mehr Menschen unglücklich als glücklich: enttäuschte Künstler, zornige Lokalpatrioten, die nicht verstehen, warum ihr Theater wieder nicht eingeladen wurde, Kollegen und Kommentarspaltenschreiber, die sich die Haare über die Auswahl raufen. Jedes Jahr produziert die Bekanntgabe von zehn Inszenierungen tausende Male das Gefühl, das Ergebnis sei doch ungerecht. Und dem kann niemand ernsthaft widersprechen.


Es ist nicht gerecht, dass fast immer die großen und reichen Häuser unter sich bleiben. Es ist nicht gerecht, wenn zu einer außergewöhnlichen kleinen Produktion in einem mittleren Stadttheater nur ein Juror des Gremiums anreist. Und alles andere ist auch nicht gerecht. Weil es nicht gerecht sein kann. Vermutlich nicht einmal fair, selbst wenn jeder der sieben Jurorinnen und Juroren sich garantiert aufs Gewissenhafteste darum bemüht, sich die Hacken abreist und mit größter Energie und Kompromissbereitschaft für eine wirklich überzeugende Auswahl kämpft, mit der sich die interessantesten Impulse des deutschsprachigen Gegenwartstheaters abbilden lassen.

Alle wollen es so

Dies ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 34
von Till Briegleb

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