Der Tanz der Zukunft
Den Tanz der Zukunft gibt es nur noch im Plural. Es ist ein Tanz der Vielen, und er findet an Orten statt, die Vielheit und Teilhabe garantieren.
Diese Orte werden von Menschen geleitet, denen bewusst ist, dass die Tanzkunst immer vielfältiger und größer ist als sie selbst. Kuratorische Egoismen haben darin keinen Platz mehr.
Der Tanz der Zukunft kommt wieder mehr aus der Hüfte und ist viel weniger weiß.
Neu und alt sind darin nur noch Aussagen über zeitliche Abfolgen und stellen kein Werturteil mehr dar.
Die verschiedenen Ästhetiken kommunizieren miteinander wie Elementarteilchen. Sie werden voneinander angezogen, stoßen sich ab oder gehen ineinander auf. Aber sie werden nie zu Waffen im Diskurs.
Die Generationen arbeiten altersübergreifend zusammen. Das Verhältnis der Generationen selbst wird zum Thema. Es gibt keine Nachwuchsförderung und keine Mentoring-Programme mehr. Wenn jemand etwas wissen will, fragt er/sie einfach.
Begriffe wie Starchoreograf oder Extremperformer sind gänzlich unbekannt.
Die Worte radikal und Kunst können nicht mehr in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. Innovation gibt es nur noch im HiFi-Markt. Dort arbeiten die letzten Genies.
Die Stücke sind ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Utopia, Seite 12
von Christoph Winkler
Susanne Traub, nach welchen Kriterien werden Tänzerinnen und Tänzer, Choreografinnen und Choreografen für eine Residenz ausgewählt? Was müssen sie vorweisen? Inzwischen haben wir ein komplexes Residenzprogramm, das auch aus meiner Abteilung, die für Tanz und Theater zuständig ist, bespielt wird. Wir haben zwei feste Orte, zum einen die Villa Sul in Salvador de...
Ich kann die Frage nach der Zukunft des Tanzes leider nicht beantworten. Ich kenne sie nicht – und vor allem verändert sich nur das, was außerhalb von uns selbst liegt und Gegenwart ist. Das allerdings verändert sich rapide, die menschliche Psyche und ihre Bedürfnisse werden wohl kaum damit Schritt halten können. Natürlich verändert sich auch der Mensch – indem er...
Der Konzeptkünstler Peter Kees setzt «Arkadische Quadratmeter» in die Landschaft. Die symbolische Landnahme steht für eine Utopie: dass nämlich die Erde wieder der Erde gehört, statt als Staatsbesitz zu firmieren. So ließe sich auch der Körper anders denken: nicht als staatsbürgerliche Hülle, sondern als freies Wesen, das seinen eigenen arkadischen Traum tanzt....
