Basel: Im hohlen Kreuz
Blutverschmiert hangelt sich Baumgarten aus der Tiefe eines Schweizerkreuzes. Häscher sind ihm auf den Fersen, weil er Haus und Weib gegen einen schändlichen Burgherrn verteidigt hat. Das Schweizerkreuz ist in eine dunkle Brettersteilwand eingelassen, die Bühnenbildner Olaf Altmann für Schillers «Wilhelm Tell» auf die Basler Große Bühne zimmern ließ. Durch dieses hohle Kreuz müssen alle kriechen, die sich Freiheit ertrotzen wollen. Freiheit von Reichsvogt Gessler, Freiheit vom Habsburgerjoch.
Seerettung in diesem Bühnenbild ist schwierig, also zerrt Bruno Cathomas als Tell Thomas Reisingers Baumgarten kurzerhand gebückt durch eine Seitengasse des Schweizerkreuzes in windigen Nebel hinein, in Sicherheit. Wir befinden uns auf Heldenstufe eins: Notwehr und Nachbarschaftshilfe. Ansonsten lässt der Tell die Schweizer wissen: Lasst mich mit euren politischen Versammlungen in Frieden. Er sei ein Mann der Tat, kein Mann für den Rat.
Dennoch gärt es allenthalben. Wolfgang Preglers Stauffacherin unterm Haubenkamm träufelt dem unschlüssigen Gatten Werner (Robert Dölle) verschwörerisches Gedankengut ein. Und Stauffacher sammelt Verbündete: den Walther Fürst in seinem bäurisch ...
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Theater heute Mai 2017
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Stephan Reuter
Der Flüchtling ist meist Objekt. Ein Problem, das gelöst werden muss. Eine Zahl. Ein Kostenpunkt. Ein Punkt. Nie ein Komma. Weil er nicht mehr wegzudenken ist, muss er Ding bleiben. Es gibt ein Leben nach der Flucht. Doch die Flucht wirkt fort, ein Leben lang. Unabhängig von den jeweiligen individuellen Prägungen, von Schuld, Bewusstsein, Absicht, Sehnsucht. Der...
Premieren im Mai 2017
Aalen, Theater der Stadt
6. nach Baum, Der Zauberer von Oz
R. Siegfried Hopp
27. Decar, Das Tierreich
R. Marcus Krone
28. nach Kästner,
Emil und die Detektive
R. Arwid Klaws und Anne Klöcker
Altenburg/Gera, TPT
20. Becker, Aldor und Arisha,
Cohn Bucky Levy – Der Verlust (U)
R. Bernhard Stengele
Augsburg, Theater
6. Fuhrmann und Wiegand,
Unruhe im...
Lang hat man nichts von ihm gehört. Auch im Münchner Revier zwischen Marienplatz, Viktualienmarkt und dem Schneider Bräuhaus im Tal, wo man ihm früher oft über den Weg laufen konnte, weit ausschreitend mit weißen Cowboystiefeln, den Blick entschlossen ins Blaue gerichtet, ist Herbert Achternbusch nicht mehr unterwegs. Die Beine wollen nicht mehr.
Altersweise ist...
