Auf Probe
I.
Regisseur zum Schauspieler Fang bitte mal an.
Schauspieler spricht einen halben Satz
Regisseur unterbricht ihn Ne, ne, ne. Du musst da ein Komma denken, immer auf Komma denken, Komma denken, du sprichst da nen Punkt, da steht aber kein Punkt, da steht ein Komma, das ist falsch, da auf Punkt zu spielen, da steht n Komma!
Schauspieler spricht weiter
Regisseur unterbricht ihn Ne, ne, ne.
Da kommt jetzt n Ausrufezeichen, nich n Punkt, Ausrufezeichen denken! Ausrufezeichen! Ausrufezeichen!
II.
1.
Probe. Das Bühnenbild ist vollständig aufgebaut, nur mit einem Scheinwerfer beleuchtet.
Der Rest der Probebühne ist schwarz abgehängt.
Wir hören «Thee Satanic Sessions» von den Stones. Der Regisseur sitzt in einem schwarzen Guckkasten, so dass er nur die Bühne sieht.
Regisseur deutet auf das Notausgangsschild, zum Bühnenbild-Assi Mach das schwarz!
zum Schauspieler So, Alter, du bindest sie jetzt an den Marterpfahl, und dann nimmst du die Gitarre und zertrümmerst sie, weil die Gitarre ist die Frau, alles klar?
Schauspieler weigert sich mit der Begründung, das Instrument sei zu kostbar. Und überhaupt ...
Regisseur tobt eine halbe Stunde, schläft dann unter der Bühne ein.
III.
1. Probe. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein weißes, «sexuell provokatives» Zahngerät zwischen die Lippen geklemmt, schleicht eine Gestalt in weitem Hemd und Faltenrock, unter dem Arm eine Ente in goldenem Käfig, aus der gestreift tapezierten Szenerie. Frage: «Was gibt Worten die Magie?» Antwort: «Ich, ich, ich.» Wer spricht? Willem Dafoe als Idiot Savant in Richard Foremans gleichnamigem neuen Stück, mit...
Die Legende erzählt, dass die ersten Dramaturgen ihre Büros in vergessenen Dachzimmern hatten. Wenn jemand im Theater mal eine Frage zum Text hatte, musste er sich durch lange Korridore und über Hintertreppen von Etage zu Etage durchfragen, um dann eine scheue Kreatur beinverknotet in alten Texten vertieft vorzufinden, die prompt Antwort wusste. Allerdings vergaß...
In der Ausgabe Nr. 11, November 2009 von «Theater heute» ist auf Seite 1 ein Beitrag unter der Überschrift «Mann über Bord» enthalten mit unrichtigen Behauptungen.
1. Unzutreffend ist: Mit großer Herablassung gegen die Erfahrungen seiner Mitarbeiter erklärt Frey den Betrieb für «verkrustet» oder «eingefahren», die künstlerische Tradition des Theaters für «zu...
