Anyway the wind blows

Clemens J. Setz «Der Triumph der Waldrebe in Europa»

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Seine Titel sind oft kryptisch. Überraschend und irritierend. Oder auch nur unverständlich. Clemens J. Setz ist ein Meister der Doppelbödigkeit. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man seinen Hintersinn.

 So entpuppt sich die unscheinbare Waldrebe, eine schnell wachsende Kletterpflanze, die sich um Bäume rankt, aber auch bei der Begrünung von Gartenzäunen beliebt ist, bei näherer Betrachtung als Schlingpflanze, die sich unkontrolliert verbreitet und noch dazu giftig ist. Ähnlich wie Fake News, die, einmal in die Welt gesetzt, schwer zu stoppen sind. Oder wie die Liebe von Eltern zu ihrem Kind, die seltsame Blüten treiben kann, auch über den Tod hinaus.  Etwas Beunruhigendes und Bedrohliches ist hier im Anmarsch.

Die Geschichte geht wie folgt: Konrad und Renate Herzer haben ihren achtjährigen Sohn David bei einem Autounfall verloren. Der Verlust reißt einen Abgrund in ihr Leben. Sie wollen, dass ihr Kind weiterlebt und sehen sich von nun an als Eltern eines behinderten, aber nicht toten Kindes. Sie behandeln David wie z. B. einen Demenz -patienten mit körperlichen und kognitiven Einschränkungen und halten ihn mit Hilfe der sozialen Medien am Leben. Sie bespielen einen eigenen Blog ...

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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 161
von Ingoh Brux

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