Wer ist Wir?

Ein Gespräch mit dem japanischen Theatermacher Akira Takayma über deutsches Theater, die Tsunamikatastrophe und sein neues Projekt

Theater heute - Logo

Klaus Dermutz Sie haben Anfang, Mitte der 90er Jahre einige Zeit in Deutschland gelebt und eine Prägung durch das deutsche Theater erhalten. Welche Theateraufführungen haben Sie gesehen?

Akira Takayama Eine der ersten Aufführungen, die ich in Deutschland gesehen habe, war Peter Brooks «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte». Diese Inszenierung war sehr, sehr interessant. Es war die Erfahrung, Zuschauer zu sein. Sie steht am Anfang meiner Theaterarbeit.

Die Rolle des Zuschauers, die Wahrnehmung mit meinem eigenen Körper, ist meine einzige Waffe – mit ihr wollte ich von Null an meine Theaterarbeit beginnen.

KD Können Sie Ihre Erfahrung als Zuschauer bei der erwähnten Brook-Inszenierung noch genauer beschreiben?

Takayama Als ich dieses Stück sah, hatte ich die sehr starke Erfahrung, dass auch ich hier bin, genauso wie die Menschen auf der Bühne und die anderen Zuschauer um mich herum. Entscheidend war, dass ich von dem Geschehen auf der Bühne nicht total aufgesaugt wurde. Natürlich kann ich mich sehr genau auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren, aber ich habe mich trotzdem noch selbst als Körper wahrgenommen. Wichtiger noch als der Inhalt war mir die Wachheit, die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2011
Rubrik: Akteure, Seite 62
von

Weitere Beiträge
Die Guten und die Bösen

Am Ende sitzen sie im Knast, Annette (19) und Isabell (22), verhaftet auf einer Demo gegen die jahrelange Wegsperrung von Asylbewerbern. Dort endlich sind sie alle aufeinander getroffen: Annette, das Kind aus gutem Hause mit dem großen Leeregefühl und der diffusen Scham der Privilegierten, Isabell, die abgebrochene Studentin, Tochter einer ausgenutzten...

Tagesschau-Theater

Vor 35 Jahren verfasste ein Tübinger Umweltaktivist leidenschaftliche Briefe an den Bundeskanzler. Er schreibt gegen das «Welt-Nuklearkartell» an, gegen den Raubbau an der Natur. Der Bundeskanzler hat keine Zeit zum Briefelesen, sein Problem gärt nicht auf Müllkippen, sondern unter dem Emblem der RAF. Der urgrüne Rebell reagiert mit Hungerstreik. Als er unter den...

Suchlauf

Montag, 1.8.
22.25, ZDFkultur: Gero von Boehm begegnet: Romy Haag (vgl. TH 6 + 13/1978)
0.05, ZDFkultur: Theaterlandschaften – Neue Bühne Senftenberg – vorgestellt von Esther Schweins (vgl. TH 13/2005)
5.55, ZDFkultur: Überall ist Süden – Die Wirklichkeiten des Tennessee Williams – Film von Herbert Krill

Dienstag, 2.8.
15.10, ZDFkultur: Faust I – ­Der Tragödie erster...