Virtual Reality

Mit «Night Fall» hat Het Nationale Ballet das erste jemals für VR konzipierte Ballett produziert. Choreograf Peter Leung und seine Tänzer mussten dafür all ihre bisherigen Arbeitsweisen und Gewohnheiten über den Haufen werfen

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Ein komisches Gefühl, sich mittels VR-Brille und Headphones von der realen Welt abzuschotten, um ein Ballett anschauen zu können. Hat man das seltsame Equipment aber erst einmal angelegt und den Film gestartet, wird man augenblicklich in eine faszinierende, dreidimensionale Welt aus Bewegung, Bild und Klang hineingezogen. Man kann auf seinem Drehstuhl eine 360°-Drehung vollführen und in alle Richtungen schauen.

Überall tauchen Tänzerinnen in weißen Tutus auf – vorne, hinten, links, rechts: Entfernte und doch so nahe Geistererscheinungen formieren sich zu den denkbar schönsten Tableaus. Und man selbst ist mittendrin. Dann beginnen die Principals Anna Tsygankova und Artur Shesterikov ein ­Duett zu tanzen, gleich einer Traumsequenz. Der junge Niederländer Pieter van Loenen begleitet das Paar auf der Violine, kommt dann geradewegs auf den Zuschauer zu, mit durchdringendem Blick: Das ist die Einladung zum Betreten seiner Welt, einer Welt, in der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit zu verschwinden scheinen. Um das komplette Erlebnis zu genießen, sollte man sich «Night Fall», ein Ballett von acht Minuten Dauer, mindestens dreimal anschauen. Um einen herum passiert einfach zu viel, ...

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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 68
von Alexander Hiskemuller

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Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance

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Der Theaterverlag

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