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Emilio Ochando
Schon früh in seiner Karriere hat der folkloristisch wie klassisch versierte Tänzer und stilsichere Choreograf Emilio Ochando den Entschluss gefasst, sich anstatt auf den populären Flamenco auf die weniger bekannten Tanz-Genres seiner Heimat zu konzentrieren: auf die Escuela Bolera und den klassischen spanischen Tanz. Folglich ist seine persönliche Handschrift, sind seine Choreografien ganz und gar einzigartig. Oft fusioniert Ochando bewusst mehrere Stile, um den spanischen Tanz als Ganzes zu zelebrieren und in alle seine Verzweigungen vorzudringen.
Dabei kämpft er gleichsam an einsamer Front, wenn er sich dafür einsetzt, regionale und vergleichsweise obskurere Tanzstile dem Vergessen zu entreißen. Seine Arbeiten jedenfalls werden erst in jüngster Zeit gebührend gewürdigt. Endlich.
Der Weg zum Erfolg begann sich 2011 abzuzeichnen, als Ochando beim Spanischen Tanz- und Flamenco-Wettbewerb mit einer Solo-Choreografie den zweiten Platz belegte und 2014 den Publikumspreis beim nationalen Wettbewerb «Talent Madrid» erhielt. 2016 folgte der endgültige Durchbruch: Diesmal sicherte sich Ochando bei dem oben genannten Choreografie-Wettbewerb den Sieg – und erhielt prompt die Einladung, fürs Conservatorio Superior de Danza in Madrid sowie für die Company von Carlota Santana in New York zu choreografieren. Auch bei «Talent Madrid» legte er nach und heimste nunmehr den ersten Platz ein, mit dem eine dreimonatige Residenz am Madrid Dance Center verbunden war, wo Ochando seine dritte abendfüllende Produktion, «SIROCO», entwickelte. Als wären diese Erfolge noch nicht genug, erhielt das auf Facebook gepostete Video von Ochandos Performance beim Choreografie-Wettbewerb von 2016 in weniger als einem Monat sage und schreibe 1,2 Millionen Klicks. Tendenz steigend!
Aus dem Englischen von Marc Staudacher
Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 181
von Justine Bayod-Espoz
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