Trilogie des Schreckens

Jan Philipp Gloger zeigt in Nürnberg ein bedrängendes Jelinek-Triptychon aus «Wolken. Heim.», «Rechnitz (Der Würgeengel)» und «Das schweigende Mädchen»

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Auch hier werden am Ende die Namen der Opfer des NSU- und nachfolgenden rechten Terrors aufgelistet über die Leinwand flimmern. Ähnlich war diese schändliche Dokumentation schon zu lesen, als das Nürnberger Staatstheater im legendären Saal 600 des Justizgebäudes, also am Original-Schauplatz der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse, die Verfahren von 1945 als Doku-Drama (Regie Hans Werner Kroesinger) klug spielerisch aufarbeitete. Nur: Dort ging es um sprödes Justiz-Material, jetzt wurde die Historie literarisch durch die Augen von Elfriede Jelinek gesehen und mit ihren Worten seziert.

Das Ergebnis beider Theater-Ereignisse ist ähnlich: kein Ende der Geschichte. Von den Morden an völlig unschuldigen Menschen heute führt ein direkter Weg zurück zum organisierten Schrecken, den die Nazis vor neunzig Jahren zu verbreiten begannen. 

Man konfrontiert sich am Nürnberger Theater massiv mit den Auswirkungen des «NSU-Komplexes». Zu den beiden Aufführungen gab und gibt es noch zahlreiche Sonderveranstaltungen, Gesprächsrunden, Performances, Workshops, Konzerte, eine Oper usw. Aber Nürnberg als einstige Stadt der Reichsparteitage, als Hitlers liebste Bühne, auf der dann in der Gegenwart ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Der NSU-Komplex, Seite 45
von Bernd Noack

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