Todestrieb und Dekolonisation
Der Starez Sossima, der heilige Mönch, liegt halb erhöht im offenen Sarg wie Holbeins Christus, ausgestellt als Wundertäter, und stinkt. Statt des erwarteten Wunders ereignet sich Fäulnis, und in einer grotesken Choreografie versuchen die Trauergäste und Jünger, mit angehaltenem Atem dem Kadaver gegenüber Haltung zu bewahren. Noch ein paar würdevolle Worte, bis endlich einer das Fenster aufreißt.
Sylvain Creuzevault inszeniert im Pariser Théâtre de l’Odéon Dostojewskis «Brüder Karamasow», es ist ein grauslicher Genuss.
Der Regisseur hat einen ausgeprägten Sinn für das Absurde, die Komik in der Maßlosigkeit, die Farce im Todestrieb, aber natürlich auch das soziale und politische Trauma der unheiligen Familie. Die ja bei Karamasows zunächst einmal durch die Abwesenheit von Müttern auffällt, nebenbei bemerkt. Creuzevault hat Erfahrung mit Dostojewski, er hat mit seiner Compagnie Le Singe schon eine vielbeachtete Adaption der «Dämonen» herausgebracht, «Les Démons», dann «Ein grüner Junge» («Scènes d’ado -lescent»), «Le Grand Inquisiteur», und jetzt eben «Les Frères Karamazov», ohne die Legende vom Großinquisitor noch mal aufzunehmen. Aber auch schon mal «Das Kapital» von Karl Marx, «Le ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: International, Seite 47
von Andreas Klaeui
Wenn das Telefon klingelt, ist der Spaß vorbei. Dann ist Rom in der Leitung, die Pflicht ruft. Immerhin leben Antonius und Kleopatra noch im Zeitalter der Wählscheibenapparate mit Kringelschnur, die Erreichbarkeit bleibt also überschaubar. Sonst würde Shakespeares Plot auch in sich zusammenbrechen, der zwischen Äypten und Rom zwei Welt- und Menschenbilder...
Uns belgischen Frauen ist es nicht möglich, auf einem Kongress über Friedensmöglichkeiten zu diskutieren, bevor dieses Grauen aufhört. Es geht über unsere Kräfte hinaus, mit deutschen Frauen einen Raum zu teilen. Unsere territoriale Integrität muss wiederhergestellt werden, und die Deutschen müssen unser Land verlassen!»
Dass sich die Belgierinnen im Vorfeld des...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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