tanzarchiv: s.o.s. aus leipzig
Eine paradoxe Situation: Während die Kulturstiftung des Bundes einen Tanzerbe-Fonds auflegt, droht dem Tanzarchiv Leipzig in seiner jetzigen Form das Aus. Wer Geld aus dem neuen Stiftungstopf erhält, um damit ein Projekt zu Rudolf von Laban zu verwirklichen, der wird in Zukunft vielleicht ein Rechercheproblem haben.
Denn Labans im Leipziger Tanzarchiv lagernder Nachlass muss umziehen, genau wie die übrigen, bislang in der Ritterstraße nahe dem Hauptbahnhof untergebrachten Bestände: Sie sollen auseinandergenommen, gesichtet (sprich: teilweise entsorgt) und schließlich an andere Standorte verbracht werden – was gleichbedeutend wäre mit dem Exitus einer exzellenten Forschungsstätte.
Exzellent vor allem aus zwei Gründen: Einerseits ist das Tanzarchiv Leipzig die einzige derartige Einrichtung im Osten der Republik und ausgesprochen benutzerfreundlich organisiert. Andererseits liest sich der Katalog der Künstler, deren Schaffen hier dokumentiert ist, wie ein Who’s Who der Ära des Ausdruckstanzes: Zu Laban gesellen sich Mary Wigman und Jean Weidt, die Publizistik ist mit Fritz Böhme, Eberhard Rebling und Rudolf Liechtenhan vertreten, und die jüngste Vergangenheit spiegelt etwa der ...
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Tanz April 2011
Rubrik: menschen, Seite 32
von Dorion Weickmann
Die drei Scherzkekse kommen unscheinbar daher: Sie tragen helle Stoffhose und T-Shirt, die wirken gräulich im fahlen Licht. Sie klettern behende aufeinander, bilden einen Körperturm wie die Bremer Stadtmusikanten, der einen Lidschlag später umfällt. Sie schreiten und tippeln über den weichen Flokatiteppich, der die Geräusche ihrer Schritte schluckt. Erst als...
...ist der Mann der Stunde, Zierde jedes Festivals, der Nenner, auf den sich Macher, Publikum und selbst Kritiker einigen. Fürs Scottish Dance Theatre choreografierte er einen Schnelldurchlauf durch die Evolutionstheorie. «Dog» heißt das Werk, das auf allen vieren beginnt und sich durch sämtliche Arten wühlt, die sich durch Bewegung unterscheiden. Im Darwin’schen...
In London an der Brunel University im Artaud Performance Centre werden in «The World from within and with-out (in memoriam Kazuo Ohno)» Performancetraditionen und heutige Körpertechniken untersucht, unter anderem mit Biyo Kikuchi , Olu Taiwo, Ka-therine Mezur, Peter Sempel, Ksenia Yakunicheva: 4. und 5, April.
people.brunel.ac.uk/dap/
artaudforum.html
In Berlin zum...
