Sinn oder Geld
Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden ansetzen. Zum Beispiel bei der wenig beruhigenden Erkenntnis, dass sich unser Universum unaufhaltsam ausdehnt, was am Ende nicht gut ausgehen kann. Mit den Worten von Wolfram Lotz: «Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker.
» Ein Ende im «Weltraumschrott».
Sein Stück «Einige Nachrichten an das All» (abgedruckt in TH 4/11) dekliniert diesen starken, klaren und einfachen Gedanken mit spielerischer Konsequenz durch. Es beginnt mit wohlkalkulierter Betroffenheitslautstärke und Gefühlsrührsal am Nullpunkt der Christenheit. Krebskranke Kinder performen ein Krippenspiel – und als sie endlich das Kindlein finden, entpuppt es sich als ein bandagiertes Müllbündel. Dieses Motiv führt ein sehr zusammenhangstiftendes Weiterleben, denn zwei Schwerbehinderte, die rundum selbstreflektierenden Bühnenfiguren Lum und Purl Schweitzke, ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 27
von Franz Wille
Seit Kaiser Franz Josephs Zeiten (bis zur Ära des János Kádár) haben Politiker entschieden, wer Intendant des Nationaltheaters wird. Ich verstehe nicht, wieso sie jetzt unbedingt diese Wettbewerbsfarce brauchen», bemerkte Mari Törocsik, eine der bekanntesten ungarischen Schauspielerinnen und Mitglied im so genannten «professionellen Komitee», das über die neue...
Mut ist ein großes Wort. Aber wenn einer fragt, wovon denn der Teamgeist des neuen Schauspiels am Theater Basel bestimmt sein könnte, dann hätten wir wenige Monate nach dem Saisonstart des Leitungstrios Martin Wigger, Tomas Schweigen und Simon Solberg eine erste Antwort: Sie wagen was, sie zaudern nicht. Sie gehen aufs Ganze. Und aufs Ganze gehen, heißt auch, das...
Die Bühne der «Great Mongolian Show» steht seit geraumer Zeit verlassen. Neben der verblassten Leinwand-Steppe haben es sich die drei dazugehörigen Mongolen mit einem Fläschchen Sekt gemütlich gemacht und trotzen jedweder Erwartungshaltung des Publikums aufs Entspannteste. «Gebt den Anderen doch auch mal die Chips!», sagt die Mongolin schließlich. Mit...
