Scheitern am Erfolg
Nach der Lektüre von Günter Grass’ so genanntem Wenderoman wäre man nicht gleich darauf gekommen, aber die Verfilmung bringt es an den Tag: Die «Unkenrufe» scheinen wie geschaffen fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen. Die Hauptpersonen sind schon etwas reifer, mithin im genau richtigen Alter für den Durchschnittszuschauer von ARD und ZDF; die Handlung bereitet ein ernstes, darüber hinaus zeitgeschichtlich relevantes Thema humorvoll auf; abgerundet wird das Ganze durch ein feines Maß an Kapitalismuskritik und unbedingtem Eintreten für die Völkerverständigung.
Beste Abendunterhaltung nennt man so etwas.
Das ist keineswegs abschätzig gemeint. Der Film zeigt nämlich eindrücklich, was das Fernsehen dem deutschen Kino oft voraus hat. Während dort erwachsene Figuren entweder nur in Nebenrollen oder als Extremcharaktere besetzt werden, ist der öffentlich-rechtliche Fernsehfilm das letzte Refugium, in dem tolle, erfahrene Schauspieler als Menschen wie du und ich zu sehen sind. Wenn sie dazu noch die Gelegenheit bekommen, aus den televisionären Standardsituationen – den neumodischen «Doku-Formaten», den altmodischen Krimistoffen oder der berüchtigten «Frauenaffinität» – auszubrechen, um ...
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Am 13. März 1938 sollte es zu einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Österreichs kommen. Am 10. März setzte Hitler diese Volksabstimmung ab und ließ Pläne für den Einmarsch der deutschen Soldaten in Österreich ausarbeiten. Im «Berchtesgadener Abkommen» vom 12. Februar 1938 hatte der Bundeskanzler Schuschnigg dem Druck Hitlers nachgegeben. Die österreichische...
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Zwischendurch nimmt immer mal wieder jeder seinen schwarzen Caféhausstuhl, wirbelt ihn zu einem kleinen einsamen Tänzchen mit sich herum, schreit ein paar seiner schönsten Phrasen der bösartigsten Selbstsucht ins Parkett und serviert dazu eine Portion Grotesk-Pantomime der jeweiligen besonders auffälligen Macken. Dazu gibt gelegentlich eine vierköpfige, vom...
