Rache ist süß!
Er hatte sich mal wieder gründlich und vermutlich genussvoll im Ton vergriffen, Berlins Lieblings-Buhmann.
Als Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin im Oktoberheft von «Lettre international» Berlin eine düstere Zukunft prognostizierte, wenn die Stadt sich nicht schnell und rabiat der Integrationsprobleme insbesondere türkischer und arabischer Zuwanderer annehme, hatte er sich einem Themenkreis zugewandt, der in dieser Spielzeithälfte auch auf den Bühnen der Stadt unübersehbar die Hauptrolle spielt: Wie kommt das Fremde ins Vertraute?
Wo Sarrazins klischeesatte Status-quo-Beschreibung Integration erzwingen will und die dafür nötigen Anstrengungen einfordert, konnte man sich in den Hauptstadttheatern Fallbeispiele des miss- wie des gelingenden Miteinanders quer durch Zeiten und Räume anschauen: von Shakespeares (auch sich selbst zerfleischenden) Außenseitern Shylock und Othello in Venedig über Yael Ronens dritte Generation der Unverträglichkeiten im Gaza-Streifen bis zur Berliner Multikulti-Vision im Grips Theater. Und dass auch Deutsche mal Migranten waren, erzählt in der Volksbühne Frank Castorf. Er erwischt sie im Transit, auf dem «Ozean».
Aufbruch Volksbühne?
Dass er sich selbst ...
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