Party, Pakora und Papadam
Die freie Theaterszene hat kein Geld, aber bei ihrem größten Festival, den «Impulsen», kann man es sich richtig gut gehen lassen. Erdbeerbowle zur Eröffnung, Pakora und Papadam beim Inder um die Ecke mit God’s Entertainment, Wurstjause bei den Rabtaldirndln, Pangasius auf Spinat beim Bus-Marathon zu Stücken in Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr – drei der vier teilnehmenden Städte, die das größte deutsche «Theatertreffen der Freien Szene» bestreiten. Es scheint fast, als seien die geladenen Produktionen nach ihrem Catering-Angebot ausgewählt worden.
Mit für die Freien Szene luxuriösen 937.000 Euro sind die alle zwei Jahre stattfindenden «Impulse» in ihrem 20. Jahr mittlerweile ausgestattet – begonnen hatte es 1990 bei rund 70.000 DM. Und natürlich darf auch der obligatorische Theater-Wodka nicht fehlen, ob es nun bei den Rabtaldirndln, God’s Entertainment oder im Bus auf der Heimfahrt nach Köln ist, um die nach zehn Stunden Theatermarathon durch die Impulse-Städte Ermatteten bei Laune zu halten.
Zwei Jahre lang sind Scouts durch die deutschsprachigen Theaterszenen gereist und haben vorausgewählt, eine Jury – der Bildende Künstler Tino Sehgal, die Journalistin Dagmar Walser, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2011
Rubrik: Festivals, Seite 32
von Dorothea Marcus
Und wenn ich einmal traurig bin,
dann trink ich einen Korn.
Und wenn ich dann noch traurig bin,
dann trink ich noch nen Korn.
Und wenn ich dann noch traurig bin,
dann fang ich an von vorn!»
Dies ist ein Lied, das alle Freunde von Norbert Schwientek kennen. Dieses und wo er es sang, stimmten alle, die mit ihm am Tisch saßen, ein. Nicht unisono, auch nicht dem Wohlklang...
Liebes Theater heute,
vielen Dank für Ihren etwas melodramatischen Expeditionsbericht aus dem dunklen Maschinenraum der deutschen Theaterlandschaft im letzten Heft.
Soeben bin ich dem BLB-Bus entstiegen, habe keine 5 Zäpfle intus, kein trauriges Fern-Beziehungs-Gespräch im Herzkreuz. Ich suche nicht von der Kargheit meiner Landesbühnenexistenz gebeutelt auf...
Glühlämpchen blinken, die Bodengoldfolie glitzert, der Vorhang spannt sich rot und weiß – eine breit gestreifte Beleidigung für jedes Auge, ausgenommen Freunde der Baumarktmarkise. Ein Theaterstück, das freiwillig in so einem Ambiente spielt, das kann nur schrecklich oder schrecklich lustig sein. Ausgenommen ein Stück von René Pollesch. Das ist dann schrecklich...
