Nicht nur um der Kunst willen
Seit über einem Jahr wird verhandelt, aber ein Urteil ist nicht in Sicht. Der Prozess schleppt sich zäh durch tagelange Verhöre mit Handlangern aus dem Dunstkreis des rechten Untergrunds, die sich an kaum etwas erinnern können oder wollen. Akribisch gründlich arbeitet das Münchner Oberlandesgericht, um wenigstens jetzt Licht in das verbrecherische Schattendasein des NSU zu bringen, nachdem die behördlichen Ermittlungen jahrelang komplett versagt hatten.
Vor allem geht es darum, Indizien zu finden für die Mitverantwortung der schweigenden Hauptangeklagten Beate Zschäpe an zehn kaltblütig aus rassistischen Motiven verübten Morden. Der Prozess an sich ist ein Schauspiel, bei dem der deutsche Rechtsstaat um seine Glaubwürdigkeit ringt. Nur keine Fehler machen. Was den Angehörigen der Opfer darüber hinaus angetan wurde, steht hier nicht zur Debatte, ja gerät schon fast wieder in Vergessenheit.
«Urteile» – so der Titel des von Christine Umpfenbach initiierten und am Münchner Residenztheater produzierten dokumentarischen Theaterprojekts – gab es allerdings sofort, unmittelbar nach dem ersten Mord und lange bevor sich das Täter-Trio durch Selbstmord und Flucht gleichsam selbst zu erkennen ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen
Filmtitle: Weekend
Scene: 1 Take: 4
INTIMITÄT UND SPRACHE
Aleks spielt Russell, Thomas spielt Glen
Russell Was soll ich denn sagen?
Glen Was du willst, sprich über letzte Nacht. Was passiert ist, was passieren sollte, wie du willst.
Russell Warum?
Glen Einfach so.
Russell Das ist für ein Kunstprojekt?
Glen Ja.
Russell Und du stehst einfach nur da und nimmst auf, was ich...
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